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02.01.2009

VfB-Spieler müssen sich steigern

STUTTGART. Eine turbulente Hinserie liegt hinter dem Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Welche Akteure haben beim Tabellen-8. überzeugt, welche enttäuscht? Die PZ hat den Roten ein Zeugnis ausgestellt.

Tor:

Jens Lehmann (39 Jahre/17 Bundesliga-Spiele): Der ehemalige Nationaltorwart ist der erhoffte sichere Rückhalt und zum absoluten Führungsspieler bei den Roten geworden. Dennoch ist fraglich, ob er seinen Vertrag beim VfB verlängern wird.
Alexander Stolz (25 Jahre/0): Stieg nach zwei starken Spielen im UI-Cup zur Nummer zwei auf. Muss sich beweisen, wenn Jens Lehmann einmal ausfällt, zumal sein Vertrag am Saisonende ausläuft.

Abwehr:

Matthieu Delpierre (27 Jahre/13 Bundesliga-Spiele/0 Tore): In den meisten Partien ein umsichtiger Abwehrchef. Könnte der Mannschaft noch mehr helfen, indem er auf dem Platz öfter den Mund aufmacht.
Serdar Tasci (21 Jahre/16/0): Bildete mit Delpierre ein stabiles Innenverteidiger-Gespann. Schaffte den Sprung in die Nationalmannschaft und bBlieb im Gegensatz zu den vergangenen Spielzeiten von Verletzungen verschont.
Khalid Boulahrouz (26 Jahre/10/0): Der Fünf-Millionen-Neuzugang vom FC Chelsea ist bisher noch keine Verstärkung. Hatte drei (!) Muskelfaserrisse. Soll häufig zu spät zum Training erschienen sein.
Ricardo Osorio (28 Jahre/11/0): Mit vielen unnötigen Fehlpässen war der mexikanische Rechtsverteidiger mehr Unsicherheits- denn Stabilitätsfaktor. Muss sich in der Rückrunde steigern.
Arthur Boka (25 Jahre/15/0): Hat keine gute Vorrunde gespielt. Der kleine Ivorer läuft viel, hat aber oft Probleme im Stellungsspiel und lässt in Zweikämpfen die nötige Entschlossenheit vermissen.
Ludovic Magnin (29 Jahre/8/0): Ist beim VfB nur noch Edelreservist. Der Schweizer wirkte bei seinen wenigen Einsätzen oft pomadig. Da ist mehr drin.
Christian Träsch (21 Jahre/5/1): Als Außenverteidiger und defensiver Mittelfeldspieler flexibel einsetzbar. Hat das Zeug zum Stammspieler.

Mittelfeld:

Thomas Hitzlsperger (26 Jahre/16/1): Übernahm vor der Runde die Kapitänsbinde vom abgewanderten Fernando Meira. Fiel nach starkem Beginn in ein tiefes Loch und wurde vorübergehend sogar auf die Bank verbannt. Ist unter Teamchef Markus Babbel auf dem Weg der Besserung.
Sami Khedira (21 Jahre/14/5): Nicht nur wegen seiner zwei Tore gegen die Bayern ein Gewinner der Vorrunde. Die „filigrane Wuchtbrumme“ („Süddeutsche Zeitung“) ist technisch beschlagen, zweikampfstark und hat eine Pferdelunge.
Pavel Pardo (32 Jahre/9/1): Der Taktgeber des Meisterteams von 2007 spielte solide – nicht mehr und nicht weniger. Der Wechsel zu seinem mexikanischen Ex-Club CF Amerika ist reine Formsache.
Jan Simak (30 Jahre/9/2): Der tschechische Neuzugang erfüllte die Erwartungen zunächst nicht und gab im VfB-Mittelfeld nicht die erwünschten Impulse. Bekam unter Markus Babbel auf der ungewohnten linke Seite eine zweite Chance und rechtfertigte das Vertrauen mit zwei Toren gegen Schalke und Cottbus.
Roberto Hilbert (24 Jahre/14/3): Machte mehr durch seine Tätowierungen von sich reden als mit guten Leistungen. Steckt nach raketenartigem Aufstieg im Meisterjahr im Dauertief.
Martin Lanig (24 Jahre/12/3): Licht und Schatten beim Ex-Fürther. Der gelernte Mittelfeld-Regisseur ist technisch stark und strahlt Torgefahr aus, hat jedoch Probleme in der Rückwärtsbewegung.
Elson (27 Jahre/7/0): Der Brasilianer wurde von Armin Veh aus der Versenkung geholt. Spielte anfangs stark und ließ dann wieder nach. Dürfte es im kommenden Jahr sehr schwer haben.
Yildiray Bastürk (30 Jahre/4/0): Plagt sich seit seiner Ankunft beim VfB im Sommer 2007 mit Verletzungen herum. Kämpft sich nach frisch überstandenem Faserriss im rechten Oberschenkel allmählich wieder an die erste Elf heran.
Sebastian Rudy (18 Jahre/2/0): Markus Babbel hatte den Junioren-Nationalspieler wieder zu den Profis zurückgeholt, da zog sich das große Talent einen Kahnbeinbruch im linken Fuß zu. Muss sich hinten anstellen.
Georges Mandjeck (20 Jahre/3/0): Der Defensivspezialist kam zu drei Kurzeinsätzen. Das Betreuerteam bescheinigt Mandjeck großes Potenzial, doch das allein wird dem Kameruner nicht reichen.

Sturm:

Mario Gomez (23 Jahre/16/7): Schwerer Start nach verkorkster EM, fand dann aber in der Bundesliga zu alter Stärke zurück. Auf den „Torero“ ist fast immer Verlass.
Cacau (27 Jahre/13/1): Der Brasilianer verkörperte in der Hinrunde nur biederes Mittelmaß. Konnte, wenn überhaupt, nur im Windschatten seines Sturmkollegens Mario Gomez überzeugen.
Ciprian Marica (23 Jahre/13/2): Der Rumäne ist sicher ein feiner Fußballer. Das Problem ist nur, dass er seine Qualitäten als Stürmer zu selten zeigt. Hat von Markus Babbel seine letzte Chance bekommen. Nutzt er sie in der Rückrunde?
Danijel Ljuboja (30 Jahre/3/0): Der als „Abzocker“ verschriene Serbe wurde vor der Saison überraschend und gegen den Willen der Fans begnadigt. Drei Kurzeinsätze.Muss den Verein höchstwahrscheinlich am Saisonende verlassen.
Julian Schieber (19 Jahre/2/0): Erzielte für die zweite Mannschaft in der 3. Liga acht Tore in 17 Spielen. Durfte als Lohn zehn Minuten gegen die Bayern ran und hat einen Profivertrag bekommen.
Manuel Fischer (19 Jahre/1/0): Der Jungprofi ist nach nur einem Einsatz in der Hinserie frustriert und wird vom VfB aller Voraussicht an einen anderen Club verliehen.