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31.03.2011

VfB Stuttgart fährt mit vier Spielen ohne Niederlage nach Bremen

STUTTGART. Aufatmen und Zuversicht: Pünktlich zur entscheidenden Saisonphase in der Fußball-Bundesliga hat sich die Personallage beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart deutlich entspannt. Im Training sei es am Vormittag «erstaunlich voll auf dem Platz» gewesen, sagte am Donnerstag ein sichtlich entspannter Trainer Bruno Labbadia. «Das hatten wir schon lange nicht mehr.» Vor dem Kellerduell bei Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) sei das «ein ungewohntes Bild» gewesen. Ihn scheint es auch nicht besonders zu beeindrucken, dass die Hanseaten seit vier Spielen ungeschlagen sind. «So wie wir», erklärte Labbadia mit einem selbstbewussten Lächeln.

Dem 45-Jährigen stehen im Weserstadion nicht nur Kapitän Matthieu Delpierre nach einer Rotsperre und Offensivmann Martin Harnik nach einer Pause wegen der fünften Gelben Karte wieder zur Verfügung. In Arthur Boka, Mamadou Bah und Patrick Funk haben sich auch gleich drei defensive Kräfte nach schweren Bänder-Verletzungen zurückgemeldet. «Sie machen einen guten Eindruck», sagte Labbadia, wollte sich aber noch nicht festlegen, wer von ihnen im Kader steht.

Zudem trainiert Nationalstürmer Cacau wieder normal. Allerdings fällt nun erneut Rechtsverteidiger Philipp Degen mehrere Wochen aus. Der Schweizer Nationalspieler muss sich wegen anhaltender Leistenprobleme am Freitag einer Operation unterziehen.

Ob Delpierre den Innenverteidiger-Kollegen Georg Niedermeier nach drei Wochen Pause aus der Startelf verdrängen kann, ließ Labbadia aber offen. Niedermeier präsentierte sich zuletzt nicht nur stark verbessert, er erzielte auch beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg in der Nachspielzeit den enorm wichtige Ausgleich.

Die Nummer eins im Tor bleibt Sven Ulreich, der künftig wieder zweite Keeper Marc Ziegler sitzt nach seiner Gehirnerschütterung erstmals auf der Bank. Sorgen macht Labbadia aber ausgerechnet sein Spielmacher Tamás Hajnal, der maßgeblich zum Aufschwung mit zuletzt drei Siegen und einem Unentschieden beitrug. Der Einsatz des ungarischen Nationalspielers ist wegen Oberschenkelproblemen fraglich. Definitiv fehlen werden Ermin Bicakcic (Muskelfaserriss), der Langzeitverletzte Johan Audel und Ciprian Marica (suspendiert).

Auch die zusätzlichen personellen Alternativen tragen dazu bei, dass die Stuttgarter der Partie bei den wiedererstarkten Bremern optimistisch entgegensehen. Zwar hätten die Hanseaten eine «Top-Mannschaft», die beim 3:1-Sieg in Nürnberg ein sehr gutes Spiel gemacht habe, sagte Labbadia. «Wir bekommen sie zu einem Zeitpunkt, zu dem sie in einem Aufwärtstrend sind.»

Das scheint ihm aber genauso wenig Angst einzuflößen wie der Gedanke, dass Werder Revanche nehmen will für die Vorrunden-Pleite in Stuttgart. «Meine Mannschaft hat damals Mittel gefunden, sie 6:0 zu schlagen. Das gibt uns Auftrieb.» Allerdings sei die Elf von Coach Thomas Schaaf trotz des Ausfalls von Topstürmer Claudio Pizarro (5. Gelbe Karte und Sprunggelenkverletzung) sehr spielstark.

Vor den wegweisenden Partien nun in Bremen und anschließend gegen die weiteren Abstiegskonkurrenten 1. FC Kaiserslautern und 1. FC Köln hat die Länderspielpause den Schwaben also gut getan. Und wie sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic mit Vehemenz in der Stimme: «Die Jungs und der ganze Verein habe jetzt kapiert, um was es geht.» Doch Labbadia warnte: «Die Konstellation hat sich nicht geändert, wir sind weiter mitten im Abstiegskampf.»

Die voraussichtliche Aufstellung des VfB Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Delpierre (Niedermeier), Molinaro - Träsch, Kuzmanovic - Harnik, Hajnal (Gentner), Okazaki - Pogrebnjak