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Ausbau und Sanierung  des Stadions Holzhof ist nach wie vor eine Grundbedingung für eine mögliche Fusion zwischen 1. FC und VfR Pforzheim.
Ausbau und Sanierung des Stadions Holzhof ist nach wie vor eine Grundbedingung für eine mögliche Fusion zwischen 1. FC und VfR Pforzheim.
© PZ-Archiv, Seibel

VfR und 1. FC Pforzheim: Fusion auf sehr gutem Weg

Die Signale sind angeblich sehr positiv. Eine Fusion zwischen VfR Pforzheim und 1. FC Pforzheim ließe sich zeitnah in die Wege leiten, sagt Robert Drotleff, der Vorstandsvorsitzende des VfR Pforzheim. PZ-Redakteur Martin Mildenberger unterhielt sich mit dem 36-jährigen Pforzheimer Rechtsanwalt.

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PZ: Eine Fusion mit dem 1. FC Pforzheim ist aktuell in der Öffentlichkeit kein Thema. Bedauern Sie das?
Robert Drotleff: Ja, natürlich. Wir sind mittlerweile wieder auf einem sehr guten Weg, diese Fusion bewerkstelligt zu bekommen, nachdem wir zwischenzeitlich ja etwas vom Weg abgekommen waren.

PZ: Können Sie verstehen, dass sich einige Mitglieder des FCP nach wie vor emotional schwer tun mit dem Gedanken, ihre traditionelle Sportstätte aufzugeben und auf den Holzhof umzuziehen?
Drotleff: Ganz klar, ja! Davor haben wir allergrößten Respekt. Man muss sehen, dass die FCP-Mitglieder ihre Wirkungsstätte aufgeben müssten. Dass dies mit einem ganz schwierigen Prozess im Kopf verbunden ist, ist doch keine Frage. Ich selber war als Kind mit meinem Vater bei diesen großartigen Spielen des FCP Ende der 80er Jahre gegen Werder Bremen und andere bekannte Mannschaften. Wer sein Leben lang FCP-ler gewesen ist und dies gedanklich mit diesem Stadion verbindet, der gibt das nicht so ohne weiteres auf. Aber die FCP-ler müssen genau wie wir versuchen, frühere Vorbehalte gegen den einstigen Stadtrivalen zu überwinden. Ebenso muss man den Erfolgen der Vergangenheit zwar ein ehrendes Andenken bewahren, sie dürfen einen jedoch nicht daran hindern, für die Zukunft die richtigen Entscheidungen zu treffen. Man darf aber nicht so vermessen sein zu behaupten, dass das leicht wäre. Das ist es ganz bestimmt nicht. Es ändert aber auch nichts daran, dass es zur Fusion auf dem Holzhof keine realistische und finanzierbare Alternative gibt.

PZ: Wie wäre das im umgekehrten Falle, wenn der VfR ins Brötzinger Tal übersiedeln sollte. Hätten Ihre Mitglieder auch ein Problem?
Drotleff: Ganz sicher. Das wäre auch für unsere Mitglieder eine ganz schwierige Entscheidung. Die besseren Argumente sprechen aber nun mal für den Holzhof und wir haben zuletzt den Eindruck gewonnen, dass unsere Kollegen von der Vereinsführung des FCP in der Lage sind, die sicher nicht einfache Aufgabe zu meistern und die eigenen Mitglieder von der Richtigkeit einer Entscheidung zu Gunsten einer Fusion auf dem Holzhof zu überzeugen.

PZ: Neben der Blockade in den Köpfen gibt es weitere hohe Hürden zu nehmen. Wie sieht es mit dem dringend notwendigen vierten Platz aus?
Drotleff: Hier haben wir sehr gute Signale von der Stadt bekommen, dass zumindest ein halber, vielleicht sogar ein ganzer zusätzlicher Platz genehmigt wird. Wir haben auch sehr positive Signale was die Umwandlung des Hartplatzes in einen Kunstrasen anbetrifft. Letzteres soll unabhängig von einer Fusion im nächsten Jahr erfolgen. Generell sind wir nach Gesprächen mit OB Gert Hager, Bürgermeister Alexander Uhlig und den Gemeinderatsfraktionen sehr zuversichtlich, dass sich eine Fusion relativ zeitnah umsetzen ließe.

PZ: Und was ist mit dem leidigen Thema Schankrecht in der Clubhaus-Gaststätte auf dem Holzhof? Ist diese Barriere wirklich so hoch?
Drotleff: Wir meinen, nein. Es wurden mittlerweile viele Gespräche geführt mit dem Ergebnis: Das Schankrecht ist kein unüberwindbares Problem. Im Gegenteil: Es ist einfach nur eine kleinere Hürde, die man nehmen müsste. Es kann aber keine entscheidende Rolle spielen.

PZ: Zum Verständnis: Wie ist dieses Schankrecht geregelt?
Drotleff: Das Schankrecht, ein Vertrag der Stadt mit dem Brauhaus Pforzheim, läuft in der Tat noch sehr lange. Es gibt zusätzlich noch eine Verlängerungsoption. Man kann allerdings mit Herrn Scheidtweiler (Geschäftsführer der Brauhaus GmbH, die Red.) vernünftig reden. Ob man mit dem Brauhaus eine neue Vereinbarung für die Zukunft trifft oder ob das Schankrecht abgelöst wird, muss sich in den Verhandlungen zeigen. Eine von den beiden Lösungen wird es sein. Herr Scheidtweiler wird uns sicher keine Steine in den Weg legen. Bei den Zahlen, die insgesamt im Raum stehen, wenn wir beispielsweise das Holzhof-Stadion renovieren, dort eine Zusatztribüne errichten und die neuen Plätze bauen, nimmt diese Frage eh eine untergeordnete Rolle ein.

PZ: Was wird in den nächsten Wochen geschehen. Werden Sie ganz konkrete Gespräche mit dem FCP führen?
Drotleff: Im Grunde fehlt es immer noch an einem ganz klaren Bekenntnis beider Vereine zur Fusion auf dem Holzhof. Wir sind aber guter Dinge, dass wir das in der nahen Zukunft hinbekommen. Wenn dieses klare Bekenntnis, das wir erwarten, kommt, haben wir einen Fahrplan im Kopf, den wir aber noch abstimmen müssten. Grundsätzlich ist uns daran gelegen, die Angelegenheiten in naher Zukunft so weit voranzutreiben, dass man zu einem Ergebnis kommt.

PZ: Warum ist eine Fusion VfR/FCP auf dem Holzhof für Sie ohne Alternative? Nennen Sie die Ihrer Meinung nach wichtigsten Argumente.
Drotleff: Wir würden auf einen Schlag die beste Fußballmannschaft in Pforzheim mit der besten Jugendarbeit des Kreises vereinen. Wir würden unsere Attraktivität insbesondere für junge Spieler, die wir sonst an andere Vereine verlieren , erheblich steigern. Die Stadt würde für die Pforzheimer Bürger ein Stadion schaffen, das diese Bezeichnung auch verdient und das anderswo als auf dem Holzhof mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht realisierbar wäre. Man würde optimale Trainingsbedingungen schaffen durch zwei Kunstrasenplätze. Wir sehen dadurch dann auch eine nicht zu unterschätzende Identifikationskraft der Bürger Pforzheims mit einem einzigen Verein. Natürlich hätte diese Konstellation auch das Potenzial, deutlich erfolgreicheren Fußball zu spielen. Wir konnten zuletzt feststellen, dass FCP und VfR eine gesunde sportliche Rivalität zum FC Nöttingen verbindet, wobei es ja schon ein Armutszeugnis für uns ist, dass wir keine höheren Vergleichsmaßstäbe haben. Ich sage das mit dem gebotenen Respekt gegenüber dem FCNöttingen und seinen Erfolgen in der jüngeren Vergangenheit. Aber man darf nicht vergessen, dass unsere Vereine vor nicht allzu langer Zeit in der dritten Liga gespielt haben.

PZ: Könnte die katastrophale Finanzlage der Stadt Pforzheim noch ein Hindernis sein auf dem Weg zu einer möglichen Fusion?
Drotleff: Das ist schwer einzuschätzen. Klar ist nur, dass wir nicht in eine Fusion hineingehen würden, ohne dass die Stadt gewisse Bedingungen erfüllt. Die wären voraussichtlich: Kunstrasen auf dem Hartplatz, vierter Platz (Kunstrasen), Nordtribüne im Stadion, Sanierung des Stadions und Schankrecht. Wenn diese Dinge nicht verbindlich geregelt werden, dann würden wir nicht weiter kommen. Inwieweit die Stadt hier finanziell an ihre Grenzen stößt, kann ich nicht beurteilen. Allerdings erhielte die Stadt für den Fall einer Fusion den Zugriff auf die gesamte Fläche des FCP im Brötzinger Tal und könnte diese verwerten. Das ist ein interessantes Grundstück. Ich bin da zuversichtlich.

PZ: Wäre eine Regulierung der Schulden beider Vereine ebenfalls eine Startbedingung? Wollten sie schuldenmäßig bei Null beginnen? Das war offenbar bei der geplatzten Fusion im Jahre 2007 ein Knackpunkt.
Drotleff: Natürlich müssen wir uns hier Gedanken machen und eine solide Finanzplanung zur Grundvoraussetzung machen. Wenn uns die Stadt hier nicht helfen kann, dann müssen wir letztendlich versuchen, das Ganze über Sponsoren auf eine solide Grundlage zu stellen. Wir hoffen natürlich, dass diese Fusion am Ende bewirkt, dass unsere Sponsoren mehr machen als bisher und sich auch neue Sponsoren finden lassen. Oder es ist eben so, dass die Schulden, die festgestellt werden, so in eine solide Finanzierung eingebettet werden, dass wir das stemmen könnten. Für den VfR wären die Schulden des FCP auch sicher die größte Kröte, die man schlucken müsste. Es wäre aber auch fast die einzige und wenn man einmal betrachtet, was wir durch eine Fusion erreichen könnten, sollte es uns das wert sein.

PZ: Glauben Sie, dass ein neuer, fusionierter Verein attraktiver wäre für Sponsoren. Gibt es vielleicht sogar schon positive Signale?
Drotleff: 2006 hatte man ja schon große Hoffnungen damit verbunden, die sich nicht erfüllten. Vielleicht hatte man da auch schon zu viel erwartet im Vorfeld. Man müsste einem fusionierten Verein erst mal die Chance geben, sich zu entwickeln und nicht erwarten, dass einem die Sponsoren gleich die Türen einrennen. Aber es gibt natürlich einige wichtige Sponsoren in Pforzheim, von denen wir hoffen, dass sie in unserem Fusionskonzept sowohl die gleichen Chancen für die Stadt, den Fußball und die Jugend erkennen wie wir, als auch von der positiven Wirkung des Sponsorings für das eigene Unternehmen überzeugt sind.

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