

LJUBLJANA/SLOWENIEN. Gleich zwei Goldmedaillen hat Lidia Zentner von der Gazelle Pforzheim/Königsbach bei den 16. Europameisterschaften der Masters-Leichtathleten in Ljubljana/Slowenien gewonnen. 3693 Leichtathleten (ab 35 Jahre) aus 41 europäischen Ländern machten die 276 000 Einwohner zählende slowenischen Hauptstadt, am Fluss Ljubljanica für elf Tage zur Leichtathletikhochburg Europas. In den Pforzheimer Farben waren vier Athleteninnen und Athleten der Gazelle Pforzheim/Königsbach am Start der Masters-EM.
Allen voran die wieder erstarkte „Gazelle“ Lidia Zentner. Nach zweieinhalbjähriger Abstinenz von der internationalen Wettkampfbühne machte Lidia Zentner da weiter, wo sie im März 2006 aufgehört hatte. Zunächst musste Zentner über 1500 Meter an den Start. Obwohl das ihre Lieblingsstrecke ist war sie sehr verunsichert über ihre momentane Leistungsstärke, denn ihr letztes Rennen über diese Distanz lag ein Jahr zurück.
Vom Start weg übernahm die „Gazelle“ die Spitze und sehr zu ihrer eigenen Verwunderung wollte keine der anderen 17 Läuferinnen die Führung übernehmen, obwohl sie das Tempo schon nach 200 Meter deutlich drosselte. Das lag sicherlich daran, dass es mit ihr gleich fünf Medaillenkandidaten gab, aber eben nur drei Medaillenplätze zu vergeben waren und keine ihrer Gegnerinnen ein Risiko eingehen wollte. Alle setzten auf den Endspurt, und der von Lidia Zentner ist, zumindest in ihrer Klasse, der beste. So war alles wie gehabt, Lidia Zentner zog 250 Meter vor dem Ziel ihren Spurt an und gewann sicher in 5:16,65 Minuten ihren mittlerweile 18. EM-Titel. Rang zwei ging an die Dänin Ingerlise Villum Jensen in 5:19,21 vor Waltraud Egger (Italien, 5:20,02).
Den gleichen Einlauf über Gold und Silber gab es fünf Tage später im 800-Meter-Finale. Ihren Vorlauf hatte Lidia Zentner im „Spaziergang“ mit 2:50 Minuten gewonnen, doch im Finale mit 12 Läuferinnen sah man eine ganz andere „Gazelle“. Von Anfang an dominierte Lidia Zentner das Geschehen mit einem hohen Tempo, das sie bis zum Schluss durchzog. Fazit: Im Ziel zeigte die Uhr 2:32,95 Minuten, was zugleich einen neuen deutschen Rekord in ihrer Klasse und den 19. EM-Titel für die Pforzheimerin bedeutete. Dies war zugleich auch der neue Championships-Rekord der seit 1978 ausgetragenen Masters-Europameisterschaften. Ingerlise Villum Jensen folgte in 2:34,50 vor der Britin Agnes Hitchmough (2:35,16).
Der Vereinskollege von Lidia Zentner, Rolf Leyendecker, befand sich kurzzeitig in Schlagdistanz zu einer Medaille, als er im 1500-Meter-Finale der M 65 mit 16 Teilnehmern eine Runde vor Schluss bis auf wenige Meter an den Drittplatzierten Norweger Arne Mjelde herankam. Doch dann verließen ihn die Kräfte und er musste sogar noch den Schweden Miles Fleetwood passieren lassen.
Mit Rang fünf in 5:24,43 Minuten und lediglich 6,2 Sekunden Rückstand auf Rang drei war Rolf Leyendecker aber letztlich zufrieden. Ebenso mit seinem Ergebnis (21:18,07) über 5000 Meter als Vierter des B-Laufes, der bei Temperaturen im Bereich von 30 Grad im Schatten ausgetragen wurde – allerdings gab es im Stadion keinen Schatten. Zwölf Frauen und 23 Männer der insgesamt 400 Leichtathleten über 5000 Meter beendeten ihr Rennen aufgrund der Bedingungen vorzeitig.
Otto Schwab hatte am frühen Morgen bei seinem Start über 20 Kilometer Gehen in der Klasse M 75 gute Bedingungen. Obwohl er Jahrgang 1928 ist musste Otto Schwab noch in der jüngeren Klasse starten, da international der Geburtstag über die Altersklasse entscheidet und nicht das Geburtsjahr. Im Feld der acht „Jungspunde“ konnte er sich am Ende als Viertplazierter mit seiner Zeit von 2:30:46 Sunden behaupten. hej





