Frankreich Handball-Weltmeister - 25:22 gegen Gastgeber Katar

O-Ton 1, Nikola Karabatic, Handball-Nationalspieler Frankreich- "Es bedeutet mir so viel. Das war eine harte WM für uns. Wir hatten viel Druck. Wir haben bewiesen, dass wir die Besten sind. Das ist so geil."O-Ton 2, Kentin Mahé, Handball-Nationalspieler Frankreich- "Jeder Titel ist für uns besonders. Wir sind nie satt. Wir denken nicht jetzt schon an 2016, aber wir wollen immer auf dem Dach der Welt sein, und das haben wir heute bewiesen."O-Töne 3+5, Daniel Narcisse, Handball-Nationalspieler Frankreich- "In Katar ist es ein anderes Spiel, weil die Atmosphäre anders ist als normal. Wir hatten eine sehr harte Phase in der zweiten Halbzeit."- "Alle sagen, es ist doch etwas langweilig, immer zu gewinnen. Aber nein, das macht unglaublich viel Spaß."O-Ton 4, Thierry Omeyer, Handball-Nationalspieler Frankreich- "Das war eine schwierige WM. Aber am Ende haben wir es verdient."SID tkweitere Informationen:DOHA, 1. Februar (SID) - Frankreichs schier unersättliche Titeljäger sind zum fünften Mal auf den WM-Thron gestürmt, das Wüstenmärchen von Gastgeber Katar bleibt hingegen ohne Happy End: Der Olympiasieger stoppte im Finale in Doha beim 25:22 (14:11) den Siegeszug des Katarer und verhinderte mit seinem zehnten wichtigen Titel eine der größten Handball-Sensationen der Geschichte. Die Mannschaft von Erfolgstrainer Claude Onesta krönte sich zudem zum alleinigen Rekordweltmeister.Der überragende Ex-Kieler Nikola Karabatic war mit fünf Treffern bester Werfer des Europameisters, der schon 1995, 2001, 2009 und 2011 den WM-Titel geholt hatte. Asienmeister Katar verpasste es vor 15.300 Zuschauern in der ausverkauften Lusail Multipurpose Hall unterdessen, als erste nicht-europäische Mannschaft WM-Gold zu gewinnen. Für die zusammengekaufte Weltauswahl, in der sich jeder Spieler angeblich schon für den Einzug ins Halbfinale eine lebenslange Rente gesichert hat, erzielte Zarko Markovic sieben Tore.Die vom deutschen Trainer Michael Biegler betreuten Polen hatten zuvor Bronze durch einen 29:28 (24:24, 13:13)-Erfolg nach Verlängerung gegen Spanien geholt. Die Iberer hatten 2013 den WM-Titel unter Coach Valero Rivera gewonnen, der nun Katar völlig überraschend ins Endspiel führte. Als beste WM-Platzierung hatte Katar zuvor Platz 16 vor zwölf Jahren erreicht."Wenn du gegen den Gastgeber spielst, musst du fünf, sechs Tore besser sein. Aber wir wissen, wie ein Finale funktioniert", hatte der frühere Welthandballer Daniel Narcisse vor der Begegnung mit Blick auf den Heimvorteil erklärt.Unter den Augen des Emirs von Katar boten die tschechischen Unparteiischen aber eine gute Leistung, und Frankreich war sofort im Spiel. Gegen die robuste Abwehr der Franzosen tat sich der Gastgeber äußerst schwer. Im Angriff kam Frankreich durch seine Zweikampfstärke und die individuelle Klasse von Karabatic und Narcisse immer wieder zu guten Möglichkeiten. Die Folge war eine 13:7-Führung (23.). Angetrieben vom starken Torhüter Danijel Saric kam Katar aber etwas besser ins Spiel und verkürzte den Rückstand zur Pause auf drei Treffer.Katar kam Mitte der zweiten Halbzeit sogar auf ein Tor heran (19:20/45.), doch die erfahrenen Franzosen behielten auch in dieser kritischen Phase im Hexenkessel von Doha die Nerven. Der Favorit zog wieder auf drei Tore davon (24:21/54.) und durfte am Ende jubeln. "Allez les Bleus", hallte es schon Minuten vor Spielschluss durch die Halle.Die polnischen Handballer gewannen unterdessen nach einer packenden Partie die vierte WM-Medaille in ihrer Geschichte. In der regulären Spielzeit glich der Vize-Weltmeister von 2007 zwei Sekunden vor dem Ende durch Michal Szyba, dem insgesamt acht Treffer gelangen, aus. Zum umjubelten Matchwinner in der Verlängerung avancierte Kamil Syprzak mit seinem Siegtor 45 Sekunden vor dem Ende."Ich bin sehr glücklich. Meine Mannschaft hat über das gesamte Turnier eine starke Leistung abgeliefert. Nach dem verlorenen Halbfinale wollten wir nicht mit leeren Händen nach Hause fahren", sagte Biegler.
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