Brand macht DHB-Team Mut: "Mannschaft hat Perspektive"

O-Töne 1-2, Daniel Stephan, Welthandballer 1998:- zur Leistung des DHB-Teams im Viertelfinale gegen Katar ("Wir hatten heute unser schlechtestes Spiel und haben verdient verloren")- zur Leistung der Schiedsrichter ("Wir sollten faire Verlierer sein. An den Schiedsrichtern hat es nicht gelegen.")O-Töne 2-4, Heiner Brand, Weltmeister-Trainer 2007:- zum Verpassen des Halbfinals ("Tragisch ist, dass die schlechteste Leistung im Viertelfinale passiert ist.")- ein bisheriges WM-Fazit ("Das war ein sehr, sehr positives Auftreten der Mannschaft.")SID xkw snWeitere Informationen zu diesem Thema:Doha, 28.Januar (SID) - Kapitän Uwe Gensheimer starrte fassungslos ins Leere, Youngster Paul Drux weinte hemmungslos, und Torhüter Silvio Heinevetter witterte ebenso wie Verbandspräsident Bernhard Bauer eine Verschwörung: Nach dem geplatzten Medaillentraum bei der WM in Katar durch die 24:26 (14:18)-Viertelfinalniederlage gegen den Gastgeber mischten sich bei den deutschen Handballern Enttäuschung über die eigene Leistung und Wut über die mazedonischen Schiedsrichter."Das kann man nicht in Worte fassen. Wir hatten eine riesige Möglichkeit, etwas ganz Großes zu erreichen. Wir haben unser schlechtestes Spiel bei dieser WM abgeliefert. Das ist bitter", sagte Gensheimer, der auch mit seinen fünf Treffern die erste Turnierniederlage im siebten Spiel nicht verhinderte.Während Gensheimer sich äußerst selbstkritisch gab, fühlte sich der emotionale Heinevetter um den größten Erfolg der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) seit dem WM-Triumph vor acht Jahren im eigenen Land betrogen. "Heute können wir das Spiel nicht gewinnen. Wir sind immer noch Gäste hier im Land. Da muss ich aufpassen, was ich sage. Aber jeder, der das Spiel gesehen hat, weiß, was ich meine", sagte der Berliner.Trainer Dagur Sigurdsson blieb derweil gewohnt gelassen und räumte eine Teilschuld an der nicht erwarteten Pleite ein. "Ich hätte früher auf eine 6:0-Abwehr umstellen müssen", sagte der Isländer bei Sky. Für Coach und Mannschaft geht es nun darum, sich in den anstehenden Platzierungsspielen einen Platz bei einem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2016 in Rio zu sichern. Erster Gegner am Freitag (14.00 Uhr/Sky) ist der zweimalige Olympiasieger Kroatien."Darauf sind wir eingestellt", sagte Sigurdsson. Um zumindest Platz sieben zu erreichen, bedarf es in Abwehr und Angriff einer Leistungssteigerung. Die deutsche Deckung bekam im ersten Durchgang Kreisläufer Borja Vidal nie in den Griff, in der zweiten Halbzeit machte Rafael Capote aus dem Rückraum die entscheidenden Treffer für die zusammengekaufte Weltauswahl.DHB-Präsident Bauer zeigte derweil Mitleid mit der Mannschaft und kritisierte ebenfalls die Unparteiischen. "Wir haben uns von der Kulisse beeindrucken lassen. Die Jungs sind am Boden zerstört. Ich verliere normal nie ein Wort über die Schiedsrichterleistung. Aber jeder, der etwas vom Handball versteht, hat gesehen, was hier heute abgelaufen ist", sagte Bauer dem SID nach der umkämpften, aber keineswegs hochklassigen Partie vor 14.500 Zuschauern.Das deutsche Angriffsspiel war über 60 Minuten nicht so kaltschnäuzig und effektiv wie gewohnt. Torjäger Steffen Weinhold war durch eine Oberschenkelverletzung gehandicapt, das wirkte sich negativ auf das deutsche Rückraumspiel aus. "Wir waren zu hektisch und haben uns von der Atmosphäre anstecken lassen", räumte Weinhold ein.Bezeichnend war die Schlussphase. Bei einem Zwei-Tore-Rückstand tauchte Patrick Groetzki in zwei Szenen frei vor Danijel Saric auf, doch der Rechtsaußen scheiterte an Katars Torhüter, der als bester Spieler der Begegnung ausgezeichnet wurde. Durch die Niederlage verpasste die DHB-Auswahl die zehnte Teilnahme an einer WM-Vorschlussrunde, während Katar als dritte nicht-europäische Mannschaft in einem WM-Halbfinale steht und dort auf Polen trifft.Im Gegensatz zur Achtelfinal-Gala gegen Ägypten tat sich der WM-Fünfte Deutschland, der nur dank einer Wildcard des Weltverbandes IHF an der WM teilnehmen darf, von Beginn an schwer. Die 5:1-Abwehr offenbarte zu große Lücken, während Katars Deckung
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