Der Tod soll grüner werden: Öko-Krematorium in Paris

Jean Couté ist überzeugter Umweltschützer, seine Frau war es auch. Sie ist vor fast 20 Jahren gestorben. Damals wurde sie eingeäschert. Und dasselbe will der 88-Jährige auch für sich selbst, wenn es soweit ist.O-Ton Jean Couté, will sich einäschern lassen:"Als die Umweltbewegung entstand, da fanden meine Frau und ich es vernunftmäßig logisch, dass man die Erde den Lebenden lassen muss. Bei Erdbestattungen wird der Boden belastet, das löst manchmal schwerwiegende Probleme aus."In Frankreich wird beinahe jeder dritte Tote eingeäschert. So ganz ökologisch ist auch das bislang nicht: Dabei werden unter anderem Feinstaub, Kohlenmonoxid, Schwefel und Schwermetalle freigesetzt. Am Pariser Prominenten-Friedhof Père Lachaise ist das Krematorium nun mit einem Filter ausgerüstet worden, für drei Millionen Euro. Um das zu bezahlen, werden Bestattungen zwei bis drei Prozent teurer. Und die Verbrennungswärme wird genutzt, um die Friedhofsgebäude zu heizen.O-Ton François Michaud Nérard, Leiter der Pariser Bestattungsdienste:"Es entspricht der ökologischen Verantwortung und es ist vollkommen ethisch. Denn wir nutzen diese Wärme, um den Treibhauseffekt nicht zu verschlimmern - also um die Umwelt zu schützen."Bis 2018 müssen alle 167 Krematorien in Frankreich mit Filtern ausgestattet sein. Dann können sich noch mehr Menschen dort nach ihrem Tod einäschern lassen - mit gutem grünem Gewissen.
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