Ein Königreich für die Tochter - im fernen Afrika

Königlicher Spaß auf einem Kleinstadt-Spielpatz im US-Bundesstaat Virginia: Hier tollt "Prinzessin Emily" mit ihrem Bruder, "Prinz Caleb". Das Mädchen wollte unbedingt eine Prinzessin sein, darum suchte ihr Vater ein freies Stück Land. Jeremiah Heaton fand es im fernen Afrika. Bir Tawil ist ein Wüstenstreifen zwischen Ägypten und dem Sudan - Heatons "Königreich Nordsudan".O-Ton Jeremiah Heaton, beansprucht "Königreich Nordsudan" für seine Tochter:"Erst vor fünf, sechs Jahren hat Russland in der Nordpolregion eine Flagge auf dem Meeresboden gehisst, als Zeichen seiner Gebietsansprüche dort. Das Hissen einer Flagge ist also offenbar die passende Methode."Seine Tochter Emily ist sieben. Sie hat ganz konkrete Pläne.O-Ton Emily Heaton (7), "Prinzessin von Nordsudan":"Wir helfen Kindern in Afrika, die kein Essen haben. Wir bauen einen Garten so groß wie unser Land."Jeremiah Heaton will das Königreich diplomatisch anerkennen lassen. Experten sind skeptisch. Denn zum einen ist nicht klar, ob tatsächlich weder Ägypten noch der Sudan Bir Tawil haben wollen, zum anderen müssten die Heatons sich dort wohl tatsächlich niederlassen. Für Emily gibt es trotzdem Hoffnung.O-Ton Edward Swaine, Professor für internationales Recht:"Ihr Anspruch, eine Prinzessin zu sein, ist unanfechtbar. Ich glaube, jedes Mädchen, das sich zur Prinzessin erklärt, ist eine - aus Sicht des internationalen Rechts."Viele sehen das "Königreich Nordsudan" als nette Idee, manche ärgern sich darüber, dass Weiße wieder einmal Land der Schwarzen haben wollten. Jeremiah Heaton sagt, er wolle nur helfen - und nicht nur seiner Tochter einen Traum erfüllen.
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