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02. Februar 2012
Nach rund zehn Jahren an der Spitze der Deutschen Bank sagt Josef Ackermann auf der Hauptversammlung Ende Mai „tschüss“. RÖSSLER
Nach rund zehn Jahren an der Spitze der Deutschen Bank sagt Josef Ackermann auf der Hauptversammlung Ende Mai „tschüss“. RÖSSLER

Ackermanns Abschied ziemlich verhagelt

Das hat sich der Schweizer Top-Banker sicherlich anders vorgestellt: Die Schuldenkrise in Europa hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann seine letzte Jahresbilanz gründlich verdorben. Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen und ein schwaches Kapitalmarktgeschäft konnten durch bessere Zahlen bei Privatkunden nur zum Teil ausgeglichen werden. Seine Nachfolger stimmte der 63-Jährige gestern auf weiterhin widrige Zeiten ein.

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Bis zu einer dauerhaften Lösung der Schuldenkrise werde „das politische und ökonomische Umfeld volatil und schwierig bleiben“, sagte Ackermann in Frankfurt. Der Jahresstart 2012 war vergleichsweise schwach: „Der Januar war klar unter dem Vorjahr.“ Ackermann betonte jedoch: „Die Deutsche Bank steht gut da. Sie ist für die Zukunft gut gerüstet. Und sie wird eine gute Zukunft haben.“ Ackermann wird mit der Hauptversammlung Ende Mai von seinen Vorstandskollegen Anshu Jain und Jürgen Fitschen abgelöst.

Im vierten Quartal rutschte das Institut vor Steuern mit 351 Millionen Euro in die roten Zahlen. Im Schlussquartal 2010 hatte die Deutsche Bank vor Steuern noch 707 Millionen Euro verdient. Nur aufgrund einer Steuergutschrift stand im vierten Quartal 2011 unter dem Strich noch ein Gewinn von 147 Millionen Euro (Vorjahr: 601 Mio). Für das Gesamtjahr wies die Bank zwar einen deutlichen Zuwachs des Überschusses auf 4,1 (2,3) Milliarden Euro aus. Allerdings war das Vorjahresergebnis durch Kosten für die Integration der Postbank und den Umbau des Investmentbankings stark belastet. Der Vorsteuergewinn stieg auf rund 5,4 (4,0) Milliarden Euro.

Das Rekordziel von zehn Milliarden Euro Vorsteuergewinn für 2011 hatte die Bank wegen der turbulenten Märkte im Oktober kassiert. Der Konzern rechnet im laufenden Jahr mit niedrigeren Kosten im Umfang von mehr als einer Milliarde Euro. Die Bank bekenne sich trotz der Rückschläge „weiter voll zum Investmentbanking“, betonte Ackermann: Ausgerechnet in der Sparte von Ackermann-Nachfolger Jain brach der Vorsteuergewinn um mehr als 40 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro ein. In dem Bereich sollen bis Ende März 500 Jobs abgebaut werden.2012 gab es im lange so erfolgreichen Investmentbanking - wie bei Konkurrenten auch - herbe Rückschläge. weitere Stellenstreichungen hält sich das Unternehmen offen. Jain stellte klar: „Wir erwarten keine dramatischen Einschnitte.“Ackermann erklärte die Schwäche im Investmentbanking allein mit dem Marktumfeld. Das Geschäft mit Anleihen und Aktien brach ein, Börsengänge wurden verschoben, Firmenübernahmen abgesagt. Das Institut schlägt sich zudem vor allem in den USA mit Altlasten herum: Kläger werfen ihr angeblich unlautere Geschäftspraktiken vor der Finanzkrise vor. Für Rechtsrisiken legte die Bank 700 Millionen Euro zurück. Ackermann kündigte für die nächste Zeit einige Vergleiche an.„Wir sind sicher, dass wir - nach erfolgter Marktkonsolidierung - auch in Zukunft viel Freude daran haben werden.“ Ihre Anlagen in Anleihen kriselnder Eurostaaten fuhr die Bank weiter zurück, von mehr als 12 Milliarden Euro Ende 2010 auf 3,67 Milliarden Euro Ende 2011.Privatkundengeschäft und Vermögensverwaltung erwiesen sich indes als die erhofften Stützen. Die Sparte erzielte einen Rekordgewinn von 2,5 (knapp 1,0) Milliarden Euro vor Steuern. Die milliardenschweren Zukäufe von Postbank und Sal. Oppenheim zahlten sich aus. „Wir haben uns von riskanten Geschäftsaktivitäten verabschiedet und durch den massiven Ausbau des klassischen Bankgeschäfts unsere zweite Ertragssäule erheblich gestärkt“, bilanzierte Ackermann.Insgesamt sei die Kapitaldecke deutlich dicker geworden: Mit 9,5 Prozent Kernkapitalquote habe die Bank bereits Ende 2011 die erst ab 2013 geltenden schärferen Vorgaben der Aufseher erfüllt. Das Institut verfüge über fast 220 Milliarden Euro Liquiditätspuffer.# dpa-Notizblock## Berichtigung- Im letzten Satz wurde berichtigt: 220 Milliarden Euro Liquiditätspuffer (statt: 220 Millionen Euro Liquiditätspuffer).## Redaktionelle Hinweise - s. Sonderdisposition## Internet- [Pressemitteilung zum Jahresergebnis 2011](http://dpaq.de/453Ae) - [Pressemitteilung zum Jahresergebnis 2010](http://dpaq.de/ex2UW) - [Präsentation zum Jahresergebnis 2010](http://dpaq.de/hgpVw) - [Informationen Bilanz-Pk für das Jahr 2010](http://dpaq.de/zVIW2) - [Geschäftsbericht für das Jahr 2010](http://dpaq.de/Zv2jQ) - [Mitteilung zum 3. Quartal 2011](http://dpaq.de/gYkhc) - [Zwischenbericht 3. Quartal 2011](http://dpaq.de/xLGGd) - [Aktionärsstruktur Postbank](http://dpaq.de/BrNtG) - [Infos zum Stand der Postbank-Übernahme](http://dpaq.de/aqZj0)## Orte- [Deutsche Bank AG](Theodor-Heuss-Allee 70, 60486 Frankfurt am Main) - [Pk Hermann-Josef-Abs-Saal](Junghofstr. 5-7, 60311 Frankfurt am Main]* * * *Die folgenden Informationen sind nicht zur Veröffentlichung bestimmt## Ansprechpartner- Ronald Weichert, Pressesprecher Deutsche Bank, +49 69 910 38664, ‹ronald.weichert@db.com› - Armin Niedermeier, Pressesprecher Deutsche Bank, +49 69 910 33402 ‹armin.niedermeier@db.com› - Christian Streckert, Pressesprecher Deutsche Bank, +49 69 910 38079, ‹christian.streckert@db.com›## dpa-Kontakte- Autoren: Jörn Bender, +49 69 2716 34141, ‹bender.joern@dpa.com› und Erik Nebel, dpa-AFX- Redaktion: Stefanie Koller, +49 30 285232242, ‹wirtschaft@dpa.com› - Foto: Newsdesk, +49 30 2852 31515, ‹foto@dpa.com› dpa ben/enl yyhe z2 sba021439 Feb 12

Autor: Jörn Bender und Erik Nebe

02.02.2012
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