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Foto: Symbolbild © dpa
30.11.2016

Arbeitslosenquote in Pforzheim sinkt leicht

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim ist von Oktober auf November weiter zurückgegangen. Mitte November waren 12042 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 136 oder 1,1 Prozent weniger als im Oktober und 249 oder 2,0 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen –blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 3,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote hat damit den niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre erreicht.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat ein Rekordhoch und die Arbeitslosigkeit einen historischen Tiefstand erreicht. Aufgrund der milden Temperaturen konnte auf dem Bau und in der Forstwirtschaft gearbeitet werden. „Zudem konnten im Rahmen des Weihnachtsgeschäfts viele Arbeitslose, insbesondere in den Versandhandel und in Logistikunternehmen, vermittelt werden. Die weitere Entwicklung wird sehr stark auch von der Witterung abhängen. Bei weiterhin milden Temperaturen könnten wir in diesem Jahr noch die 12000er Marke unterschreiten“, so die erfreuliche Bilanz von Martina Lehmann, nach ihrem ersten Jahr als Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Zwar ging die Nachfrage nach Arbeitskräften gegenüber dem Vormonat, für die Jahreszeit durchaus üblich, leicht zurück, mit 1218 gemeldeten Stellenangeboten wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim aber 120 oder 10,9 Prozent mehr zu besetzende Stellen gemeldet als im November 2015.

Der hohe Bestand von fast 4250 gemeldeten Arbeitsstellen zeigt den Bedarf der Unternehmen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In Bezug auf Qualifikation, Arbeitszeit und Arbeitsort passen Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt jedoch häufig nicht zusammen. Der Fachkräftebedarf steigt weiter und kann nicht allein durch gut ausgebildete, flexible und mobile junge Arbeitnehmer ausgeglichen werden. „Wir richten unseren Blick auf das gesamte Arbeitskräftepotenzial. Dazu gehören vor allem An- und Ungelernte, Langzeitarbeitslose, Ältere, Berufsrückkehrerinnen und ganz besonders auch schwerbehinderte Menschen. Wir setzen hier verstärkt auf individuelle und innovative Qualifizierungs- und Beratungsangebote – und der Erfolg gibt uns recht. Wir konnten die gute Arbeitsmarktsituation nutzen, um die Arbeitslosigkeit bei diesen Personengruppen weiter zu reduzieren“, so Lehmann weiter.

Arbeitslose

Die Jugendarbeitslosigkeit, die im August ihren höchsten Stand in diesem Jahr erreicht hatte, konnte in den vergangenen drei Monaten um mehr als ein Drittel gesenkt werden. Im November 2016 wurden in der Altersgruppe unter 25 Jahren noch 1066 Arbeitslose gezählt, 43 oder 3,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Auch ältere Arbeitslose profitieren von der guten Konjunktur. So ging die Zahl der Arbeitslosen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren gegenüber November 2015 um 179 oder 4.2 Prozent zurück. Da die Auswahl an jüngeren Fachkräften abnimmt, bekommen immer häufiger auch ältere Arbeitslose wieder eine Chance.

Gleiches gilt für Schwerbehinderte. Die Zahl arbeitsloser Schwerbehinderter ist gegenüber Oktober um 43 oder 4,4 Prozent und gegenüber November 2015 um 128 oder 12,1 Prozent auf 927 gesunken. „Die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen am Arbeits- und Berufsleben ist mir ein wichtiges Anliegen. Deshalb werben wir auch im Rahmen der diesjährigen Woche der Menschen mit Behinderung wieder verstärkt für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen. Unsere geschulten Fachkräfte informieren Unternehmen beispielsweise darüber, wie ein Arbeitsplatz an die Bedürfnisse behinderter Menschen angepasst werden kann“, so Lehmann.

Geflüchtete Menschen am regionalen Arbeitsmarkt

Im November waren im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim 2593 Geflüchtete als Arbeitsuchende gemeldet, darunter waren 1026 arbeitslos. Arbeitsuchende Geflüchtete, die nicht arbeitslos sind, nehmen insbesondere an Integrationskursen oder arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil oder gehen einer Erwerbstätigkeit nach.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) waren im November 5383 Männer und Frauen ohne Job, 27 oder 0,5 Prozent mehr als im Vormonat und 43 oder 0,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote lag bei 1,6 Prozent.

Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung (Hartz IV) gab es 6659 Arbeitslose, das ist ein Minus von 163 oder 2,4 Prozent gegenüber Oktober; im Vergleich zum November 2015 waren es sogar 292 oder 4,2 Prozent weniger. Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote betrug 2,1 Prozent.

Regionale Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellenbezirken

Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim hat Mühlacker mit 2,8 Prozent den besten Wert. Es folgen Nagold (3,0 Prozent), Calw (3,1 Prozent), Freudenstadt und Horb (jeweils 3,2 Prozent), Bad Wildbad (4,3 Prozent) und Pforzheim (4,4 Prozent).

Entwicklung in den Landkreisen und der Stadt Pforzheim

Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirkes haben auch im November zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,6 Prozent im Enzkreis und 6,5 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Enzkreis

Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 2,6 Prozent. Damit belegt der Enzkreis, gemeinsam mit dem Landkreis Tuttlingen, Platz zwei in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 2834 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1553 (54,8 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1281 (45,2 Prozent) in der Grundsicherung. Im November wurden 276 Stellenangebote gemeldet. Das war ein Stellenangebot weniger (- 0,4 Prozent) als im Vormonat aber 41 oder 17,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Aktuell sind 1008 offene Stellenangebote im Bestand, 45 oder 4,7 Prozent mehr als im November 2015.

Stadt Pforzheim

Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,9 Prozent. Damit verzeichnet Pforzheim zwar den deutlichsten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr innerhalb des Agenturbezirks, bleibt aber Schlusslicht in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 4181 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1360 (32,5 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 2821 (67,5 Prozent) in der Grundsicherung. Im November wurden 279 Stellenangebote gemeldet. Das waren 24 oder 7,9 Prozent weniger als im Vormonat und zwei oder 0,7 Prozent mehr als im November 2015. Derzeit sind 938 offene Stellenangebote im Bestand, 171 oder 22,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Landkreis Calw

Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 3,3 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,5 Prozent. Insgesamt waren 2849 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1474 (51,7 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1375 (48,3 Prozent) in der Grundsicherung. Im November wurden 310 Stellenangebote gemeldet. Das waren 25 oder 7,5 Prozent weniger als im Vormonat und 47 oder 17,9 Prozent mehr als im November 2015. Derzeit sind 1044 offene Stellenangebote im Bestand, 129 oder 14,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Stellenmarkt

Insgesamt waren Mitte November 4247 zu besetzende Stellen gemeldet, 415 oder 10,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gesucht werden derzeit insbesondere Restaurantfachleute, Köche, Kellner, Krankenpfleger, Altenpfleger, Erzieherinnen, Berufskraftfahrer und IT-Fachkräfte.