15. Juni 2010
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Zu wenige Neubauten  u nd eine Zunahme des Wohnraumbedarfs  könnten nach Ansicht der Sparkasse in einigen Jahren auch in Pforzheim zu einem Engpass auf dem Immobilienmarkt führen. Für Kapitalanleger und Mieter bedeutet dies gleichermaßen: Die Mieten werde
Zu wenige Neubauten u nd eine Zunahme des Wohnraumbedarfs könnten nach Ansicht der Sparkasse in einigen Jahren auch in Pforzheim zu einem Engpass auf dem Immobilienmarkt führen. Für Kapitalanleger und Mieter bedeutet dies gleichermaßen: Die Mieten werden nicht fallen.
Betreut die Nummer eins der Region:  Karlheinz Frey ist als Bereichsdirektor der Sparkasse Pforzheim Calw auch für die Immobilienabteilung zuständig.
Betreut die Nummer eins der Region: Karlheinz Frey ist als Bereichsdirektor der Sparkasse Pforzheim Calw auch für die Immobilienabteilung zuständig.
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Die Immobilie als Rettungsanker

PFORZHEIM. Gold oder Eigentumswohnung? Die Inflationsangst treibt die Deutschen nicht nur zum Kauf von Edelmetallen, auch beim größten regionalen Immobilienhändler, der Sparkasse Pforzheim Calw, zieht die Nachfrage an.

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Schwächelnder Euro, milliardenschwere Stützungsaktionen der angeschlagenen EU-Partner, völlig überzogene Staatshaushalte und die Befürchtung, dass alles noch viel schlimmer kommen könnte – eine Mixtur aus Negativ-Einflüssen bringt viele Deutsche – insbesondere wohlhabende – um ihren Schlaf. Die Angst geht um, dass das Ersparte irgendwann nichts mehr wert sein wird. Am Höhenflug des Goldpreises war diese Sorge schon lange zu spüren. Parallel dazu hat sich das Geldvermögen seinen Weg in Immobilien gebahnt.

Begünstigt werde dies freilich durch „sensationell niedrige Hypothekenzinsen“, sagte Karlheinz Frey und spricht aktuell von einem Nominalzins, der bereits bei 3,36 Prozent beginne. Er ist Bereichsdirektor bei der Sparkasse Pforzheim Calw und dort unter anderem fürs Immobiliengeschäft zuständig, das grob umrissen den größten Teil des Nordschwarzwaldes umfasst. Im Durchschnitt vermakelt das Institut jährlich rund 400 Objekte. Umsatz im Vorjahr: Knapp über 60 Millionen Euro. Damit sieht sich die Sparkasse auf diesem Geschäftsfeld als „die Nummer eins in der Region“.

Bemerkenswerter Aufwärtstrend

Im PZ-Gespräch erklärte Frey: „Die starken Zuwächse der 90er Jahre gibt es zwar nicht mehr.“ Aufs Gesamtgeschäft bezogen habe es seither einige Wellenbewegungen gegeben, die sich auf ein mittleres Maß eingependelt hätten. Dennoch seien in drei Immobilien-Segmenten bemerkenswerte Aufwärtsentwicklungen festzustellen:

1. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen als Kapitalanlage nimmt zu. Dies bestätigen Frey zufolge auch die Bauträger. Hier sei der Erwerb von Häusern kaum interessant, denn: „Die Kapitalanleger wollen das Objekt vermieten und sie möchten, dass es professionell verwaltet wird. Da tun sie sich mit der Eigentumswohnung leichter.“

2. Der demografische Wandel bringt einen hohen Bedarf an Objekten mit so genanntem betreutem Wohnen oder Service-Wohnen hervor. „Das wird in Zukunft noch mehr werden“, ist sich Frey angesichts der Altersentwicklung der Deutschen sicher.

3. Das Preiswert-Segment ist nach wie vor gefragt. Das bedeutet im Wesentlichen: Ein Reihenhaus-Neubau. Bei Gebraucht-Immobilien dieser Art spiele der energetische Zustand eine bestimmende Rolle für die Höhe des Kaufpreises. Wo beispielsweise keine Wärmedämmung vorhanden sei und nur eine alte Heizungsanlage im Keller stehe, da würden satte Abschläge erwartet.

Markt weitgehend leergefegt

Eine Hysterie beim Immobilienkauf kann Frey in der Region indes nicht feststellen, wenngleich die Goldstadt bei der Kaufkraft laut statistischem Landesamt mit an der Spitze in Baden-Württemberg liegt. Im Gegensatz dazu rangiert Freiburg mit der Kaufkraftkennziffer im unteren Bereich. Und dennoch gilt dort der Markt derzeit als weitgehend leergefegt, was „bezahlbare“ Objekte mit neuestem energetischen Standard, vernünftiger Lage und guter Ausstattung betrifft. Nach Auskunft eines Immobilienexperten aus der Breisgau-Metropole sind die Stadt und ihr Umland bei wohlhabenden Ruheständlern und Zweitwohnungs-Käufern beliebt. Die Goldstadt liegt in der baden-württembergischen Immobilien-Entwicklung laut Frey eher im Mittelfeld, der Enzkreis schneidet dabei etwas besser als Pforzheim ab.

Werterhalt gesichert

Für die Zukunft der Immobilienbranche gibt der Bereichsdirektor der Sparkasse folgende Prognose ab: Einerseits wird die Bevölkerungszahl bis etwa 2016 rückläufig sein, wenngleich die Zahl der privaten Haushalte steige. Grund: Der zunehmende Trend weg von der Großfamilie hin zum Single- oder Zwei-Personen-Haushalt, außerdem erforderten Trennungen oder Scheidungen zusätzlichen Bedarf an Wohnraum.

Andererseits: Zunehmend wird es Wohnraum geben, der wegen Überalterung nicht mehr vermietet werden kann. Da jedoch die Neubautätigkeit in den vergangenen zehn Jahren einer Untersuchung zufolge nur moderat gewesen sei, werde es zu einer Verknappung des Angebots – nicht nur im Nordschwarzwald – kommen.

Für Immobilien-Investoren bedeutet dies laut Frey: „Die Mietpreise sind nach unten abgesichert, sie werden wohl kaum fallen.“ Vielmehr sei mit einem Anziehen der Mietpreise zu rechnen. Das heißt: „Der Werterhalt der Immobilie ist gesichert.“

Autor: Gerd Lache

19.05.2011
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