

Pforzheim. Über 1000 Tonnen Metall pro Jahr werden in den Produktionshallen von G. Rau verarbeitet. Dabei baut das Traditionsunternehmen auf über 130-jährige Erfahrung, wenn es darum geht, rund 170 verschiedene Werkstoffe und Legierungen in die gewünschte Form zu bringen. Davon wiederum profitieren wiederum Kunden im Bereich Automotive, Haushaltstechnik, Elektronik, Regenerative Energien, Medizintechnik sowie Mess- und Regeltechnik.
Die Produktpalette reicht von Bändern, Blechen und Präzisionsrohren aus Edelmetallen, Sonderlegierungen und Verbundwerkstoffen, über Kontaktnieten bis hin zu fertigen Baugruppen.
Das Familienunternehmen wird heute in sechster Generation von Axel Pfrommer geführt. Es wurde 1877 von Gustav Rau als Fertigungsbetrieb für Pressungen aus Gold- und Silberlegierungen ins Leben gerufen. Heute umfasst die Stammfirma G.Rau eine über 500 Mitarbeiter starke Produktion an zwei Standorten in Pforzheim und erreichte im Jahr 2011 einen Rekordumsatz von rund 90 Millionen Euro, was einem Plus von 22 Prozent entspricht, erläutert Firmenchef Axel Pfrommer.
G. Rau legt großen Wert auf die eigenständige Werkstoff- und Verfahrensentwicklung, technische Beratung, Flexibilität und zeitgemäße Logistik. Deshalb wird im Werk II – im Brötzinger Tal – aktuell eine der größten Investitionen der Firmengeschichte umgesetzt. Der Werkzeugbau wird komplett modernisiert. Fünf Millionen Euro wird der Umbau samt neuen Bearbeitungszentren kosten.
„Durch die Vielseitigkeit und Komplexität ist die Unternehmensgruppe G.Rau krisenresistent aufgestellt“, erläutert Frank Nauheimer, kaufmännischer Leiter. Dies habe sich in der Weltwirtschaftskrise 2009 bewiesen und spiegelt sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 wieder, welches mit einem Rekordumsatz von rund 148 Millionen Euro abgeschlossen wurde.
„Die heutigen Anwendungen in der Automobilzuliefer- und Elektroindustrie erfordern immer kleiner werdende Produkte und Baugruppen“, ergänzt Achim Regelmann, technischer Leiter. Entscheidend sei, dass man aufgrund der kompletten Eigenfertigung vom Material bis hin zur Baugruppe den Markt von immer kleiner werdenden Multifunktionsbauteile bedienen könne. So werden auf Stanzbiegeautomaten oder komplexen Fertigungsstraßen mehrere Bänder gleichzeitig gestanzt, kontaktiert, 100 Prozent kamera- und funktionsgeprüft, gereinigt und staubfrei verpackt. Gerade diese Prozesskette ermöglicht es dem Pforzheimer Unternehmen, seinen Kunden die höchsten Reinheitsanforderungen – für die fortschreitende Miniaturisierung im Automotive- und Elektronikbereich eine Grundvoraussetzung.
Autor: Lothar H. Neff I Pforzheim





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