

Neue Sprechstunde für Existenzgründer im Pforzheimer Innotec.
Nicht jeder ist zum Unternehmer geboren. Das sagt Volker Kamphausen, früheres Vorstandsmitglied der Sparkasse Pforzheim Calw. Nur vier von zehn Existenzgründern haben laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) den notwendigen Pioniergeist – eine zündende Geschäftsidee. „Ohne die läuft gar nichts!“, betont Kamphausen. „Wenn das Konzept nicht erfolgversprechend ist oder sich der Gründer nicht zum Unternehmer eignet, raten wir ihm ab.“ Doch auch mit einem schlüssigen Businessplan lauern viele Klippen auf dem Weg in die Selbstständigkeit.
Seit Kamphausen vor eineinhalb Jahren als Chef der Sparkasse Mühlacker in den Ruhestand trat, unterstützt er ehrenamtlich junge Existenzgründer. Im ShJ – Senioren helfen Junioren e.V. mit Sitz in Böblingen – engagieren sich landesweit ehemalige Führungskräfte aus der baden-württembergischen Wirtschaft. Und von diesen 40 aktiven Senioren mit insgesamt 1750 Jahren Berufserfahrung können junge Unternehmer in Pforzheim und dem Enzkreis einiges lernen, ist auch Wirtschaftsförderer Reiner Müller überzeugt.
„Die Zukunft braucht Erfahrung“, macht Kamphausen deutlich. Wer sich von ihm oder seinen 40 Mitstreitern beraten lässt, zahlt lediglich eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro. Damit werde das Büro des Vereins „Senioren helfen Junioren“ mit zwei Halbtagskräften finanziert.
Dafür übernehmen die Wirtschaftssenioren kostenlos die umfassende Beratung der Existenzgründer von der Prüfung der Geschäftsidee bis zur Finanzierung und der Standortsuche. Die Bandbreite der Beratungsaktivitäten reicht vom Friseur an der Ecke, einem Werbekonzept für eine neue Pizzeria bis hin zum Social Media-Unternehmen. Besonders stolz ist Kamphausen auf einen Schützling des Vereins in Heidelberg. Dort gelang es einer gelernten Krankenschwester und Mutter, sich mit einem Hostel selbstständig zu machen – einer Mischung aus Jugendherberge und Familienhotel. Aber auch Unternehmensnachfolgen und Übernahmen werden begleitet. „Wir prüfen auch, ob sich ein Projekt zur Stromerzeugung aus Pferdemist rechnet.“
Autor: Lothar H. NEFF | Pforzheim





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