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14.05.2009

Ein Schock - PZ-Redakteur Gerd Lache zur Insolvenz von Schofer

Das ist nicht nur ein Schock für die Beschäftigten des Traditionsunternehmens Schofer, sondern ein dramatisches Signal für die gesamte Branche. Mit der kürzlich noch gesunden Schmuckketten-Manufaktur ist eine der Vorzeigefirmen der Goldstadt finanziell ins Schlingern geraten –  so überraschend und in einem solchen Höllentempo, wie es früher nur bei ohnehin schwächelnden Betrieben der Fall war.

Vor nicht all zu langer Zeit schien Schofer optimal aufgestellt zu sein: Schwerpunkt der Aktivitäten im auftragssicheren Exportgeschäft, gut ausgestattet mit moderner Produktionstechnologie, Markennamen wie Cartier und Tiffany im Produktportfolio und als traditionsbehaftetes Familienunternehmen mit dem Vorteil von hoher Flexibilität und dem persönlichen Engagement der Eigentümer. Nicht zuletzt gibt es einen qualifizierten Personalstamm, der sich dem Wandel der Zeit nicht verschließt.
Was also ist schief gelaufen? Die Schofer-Insolvenz macht deutlich: Die Krise hat die Premiumklasse erreicht und wirft auch die besten Zukunftsstrategien erbarmungslos über den Haufen. Schofer wird nicht das letzte Opfer sein. Die Schmuckindustrie erlebt nach der Strukturkrise ihr zweites Waterloo.