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Mercedes-Benz-Vorstand Ola Källeniust rechnet mit mehr Jobs durch E-Mobilität. Foto: dpa
Mercedes-Benz-Vorstand Ola Källeniust rechnet mit mehr Jobs durch E-Mobilität. Foto: dpa
Ein Elektrofahrzeug der Marke „Tesla“ wird an einer Stromtankstelle in Cottbus aufgeladen. Aktuell verkauft der US-Konzern nur 90 000 Fahrzeuge pro Jahr. Foto: dpa
Ein Elektrofahrzeug der Marke „Tesla“ wird an einer Stromtankstelle in Cottbus aufgeladen. Aktuell verkauft der US-Konzern nur 90 000 Fahrzeuge pro Jahr. Foto: dpa
24.11.2016

Hersteller wollen beim Ausbau der E-Mobilität plötzlich Gas geben

Stuttgart. Acht Jahre ist es her, dass Tesla sein Model S ankündigte. Dass der kleine E-Auto-Pionier einmal die gesamte Branche unter Druck setzen würde, hätte sich damals niemand träumen lassen. In einem Zeitraum, den Autohersteller üblicherweise für die Entwicklung eines neuen Modells benötigen, haben sich die Rahmenbedingungen der Branche rapide gewandelt – und Schuld daran ist nicht nur die Elektromobilität. Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft der Hochschule für Wirtschaft in Nürtingen-Geislingen ist sicher, dass sich das Tempo bis 2025 beschleunigt.

Geht es um Elektromobilität, wurde der kalifornische Elektropionier Tesla in den vergangenen Jahren gern als leuchtendes Beispiel und Konkurrenz vorgeführt. „Das Thema gewinnt eine unheimliche Geschwindigkeit durch Dieselgate“, sagt Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen. Hinzu kommen politische Diskussionen um Verbote von Verbrennungsmotoren und Umweltplaketten. Die Hersteller merken das: „Jetzt müssen wir Gas geben. Wir müssen viel viel mehr machen“, sagte Daimler-Vorstand Ola Källenius gestern beim Tag der Automobilwirtschaft in Nürtingen. Daimler nimmt in den nächsten Jahren zehn Milliarden Euro in die Hand, um ab 2019 zehn E-Autos auf den Markt zu bringen.

Doch am Ende, ist sich Peter Fuß von der Unternehmensberatung Ernst & Young sicher, entscheide der Verbraucher. „Fragen wie der hohe Preis von Elektroautos oder der niedrige Restwert von Autos der ersten Generation sind dadurch nicht vom Tisch.“ Doch auch der Vorteil der Verbrennungsmotoren läuft nur auf Zeit. „Bis spätestens 2020 werden wir bei Elektromobilität Kostengleichheit sehen“, sagt Willi Diez.

Volkswagen will das mit seinem 2020 geplanten Kompaktwagen schaffen. Der soll so teuer wie ein Diesel sein, sagte VWs Chefstratege Thomas Sedran. „Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Grund mehr, nicht elektrisch zu fahren.“ Bei einem geschätzten Autoabsatz von weltweit 80,4 Millionen Autos in diesem Jahr machen Teslas geplante 80 000 bis 90 000 verkaufte Elektroflitzer nur einen Bruchteil aus. Und nach wie vor schreibt der Börsenliebling rote Zahlen.

Auch beim Thema Autonomes Fahren hält sich die reale Konkurrenz noch in Grenzen. Zwar schockte Google die Autobauer 2014 mit seinem kugeligen Google Car und Tesla lässt trotz schwerer Unfälle Autos in den USA von Computerprogrammen steuern. Doch die Bedrohung scheint– zumindest für die deutschen Hersteller – noch weit weg. Denn auf dem europäischen Markt laufe – auch rechtlichen Rahmenbedingungen geschuldet – alles in gewohnten Bahnen, sagt Dudenhöffer. „In China und den USA entwickelt sich das schneller.“

Der Deutschland-Chef des Mitfahrdienstes Uber, Christoph Weigler, skizzierte in Nürtingen ein Zukunftsszenario. Autonome Autos, die sich Nutzer wie beim Carsharing teilten, könnten die Zahl der Autos in Städten um rund 90 Prozent reduzieren, sagte er im Blick auf die Mobilität.

Dass Apple und Google selbst eine Autoproduktion hochziehen, steht allerdings nicht zu befürchten: „Wir haben kein Interesse daran, Autos zu bauen“, machte Google-Manager Dennis Morgenstern klar.

helmut
29.11.2016
Hersteller wollen beim Ausbau der E-Mobilität plötzlich Gas geben

Besonders VW legt sich ins Zeug. Die sind so begehrt und der Käuferansturm so hoch dass die sich leisten können für eine Probefahrt 250 € zu verlangen. Darauf hat sich meine Tochter einen E Renault gekauft. mehr...

Faelchle
30.11.2016
Hersteller wollen beim Ausbau der E-Mobilität plötzlich Gas geben

Für mich gibt es da viele Fragen und die Fahrzeuge sind noch lange nicht praxistauglich. Wenn die Elektroautos tatsächlich die Benziner verdrängen sollten, wie kompensiert Schauble dann die 40-50 Mrd Steuerausfälle an Mineralölsteuer und Mehrwehrtsteuer? Im Endeffekt kostet der Elektro-Bolide genauso viel wie das herkömmliche Automobil. Auch ist der ökologische Nutzen alles andere als eindeutig, das fängt schon bei der Produktion an. mehr...

nanos
30.11.2016
Hersteller wollen beim Ausbau der E-Mobilität plötzlich Gas geben

Ich hatte einmal gefragt, woher eigentlich der Strom kommen soll für eine flächendeckende Einführung der Elektromobilität. Aber Ihre Frage, wie der Wegfall von Milliarden aus der Mineralölsteuer kompensiert werden soll, ist noch viel naheliegender. Eine sehr berechtigte Frage, die meines Wissens bisher noch niemand gestellt hat. Damit meine ich nicht nur hier im Forum. Machen wir es wie @helmut und fragen mal bei einem der grünen Abgeordneten des Landes an.... mehr...

Störtebeker
01.12.2016
Hersteller wollen beim Ausbau der E-Mobilität plötzlich Gas geben

Ein großes Hindernis für die flächendeckende Einführung der E-Autos ist natürlich auch die Beibehaltung der unsäglichen EEG-Umlage. mehr...