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15.09.2009

Im Mühlacker Ziegelwerk gehen die Lichter aus

MÜHLACKER. Schlechte Nachrichten für die Beschäftigten der Mühlacker Ziegelwerke – der Produktionsstandort wird komplett geschlossen. Über 50 überwiegend langjährige Mitarbeiter verlieren zum Jahresende ihren Arbeitsplatz.

Die 56 Mitarbeiter des Koramic-Dachziegelwerkes Mühlacker wurden gestern in einer Betriebsversammlung über die bevorstehende Produktionsverlagerung zum 31. Dezember informiert. Mühlacker werde zukünftig nur noch als Lagerstandort fortgeführt. Bestenfalls vier Mitarbeiter könnten dort auf eine Weiterbeschäftigung hoffen, war auf Anfrage der PZ zu erfahren.

Die Mühlacker Ziegelwerke wurden im Jahr 2003 von einer Tochterfirma der Wienerberger-Gruppe mit Sitz in Wien übernommen. Die seit Jahren rückläufige Nachfrage nach Baustoffen in Deutschland habe es für die Wienerberger Ziegelindustrie GmbH, Hannover, erforderlich gemacht, die Produktionskapazitäten an das niedrige Nachfrageniveau anzupassen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung, darin ist von einer „Standortoptimierung“ die Rede. Für die Mühlacker Beschäftigten bedeutet es jedoch den Verlust ihrer Arbeitsplätze. „Nach gründlicher Analyse der Werks- und Produktionsstrukturen haben wir uns entschieden, eine Kapazitätsanpassung vorzunehmen“, erläuterte Wienerberger-Geschäftsführer Christian Göbel. Der anhaltende Rückgang im Dachziegelmarkt, insbesondere im ersten Halbjahr 2009, führte zu einer ungenügenden Auslastung im Mühlacker Werk, das seit 1967 Dachziegel produziert. Die Ziegelproduktion am Standort Mühlacker hat indes eine Jahrhunderte lange Tradition.

Das Mühlacker Sortiment werde künftig in anderen Werken der Wienerberger Gruppe hergestellt, vorwiegend in Eisenberg/Pfalz und in Langenzenn bei Nürnberg. Damit würden Lieferfähigkeit und Betreuung der Kunden in vollem Umfang gewährleistet. Die Produktionsschließung in Mühlacker werde zu einer besseren Kapazitätsauslastung der fünf verbleibenden Dachziegelwerke der Wienerberger-Gruppe in Deutschland führen und sei Bestandteil des Optimierungsprogramms. Eine Weiterführung der Mühlacker Dachziegelwerke hätten einen „sehr hoher Investitionsbedarf als Voraussetzung für eine wirtschaftliche Produktion“ erfordert.