Beliebtes Forum: Die Immo-Messe der PZ zieht Aussteller wie Besucher jedes Jahr gleichermaßen an.
Beliebtes Forum: Die Immo-Messe der PZ zieht Aussteller wie Besucher jedes Jahr gleichermaßen an. © Archiv
06.09.2010

Immobilienmarkt boomt im ersten Halbjahr

PFORZHEIM. Der Immobilienmarkt boomt: Im ersten Halbjahr 2010 stieg der Umsatz laut Immobilienverband Deutschland IVD im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent. In Pforzheim und der Region wuchs der Markt zweistellig.

Der Trend zur eigenen Immobilie dürfte sich auch auf der IMMO 2010 am Wochenende 25./26.September im CongressCentrum Pforzheim niederschlagen. Bei der seit dem Jahr 2000 von der „Pforzheimer Zeitung“ jährlich veranstalteten größten regionalen Immobilien-Messe werden nicht nur Objekte angeboten, es gibt auch jede Menge Infos rund um das Thema bis hin zu Finanzierungsfragen.

Eine Umfrage der PZ hat ergeben, dass das Halbjahres-Umsatzplus bei Immobilien in der Region wesentlich höher war als bundesweit. „Sowohl in Pforzheim als auch in der Region konnten wir Umsatzsteigerungen von 15 bis 20 Prozent verzeichnen“, sagt Wolfgang Haalboom, Leiter des ImmobilienFinanzzentrums der Volksbank Pforzheim. Bei der Volksbank Wilferdingen-Keltern betrug das Umsatzplus laut Monika Leitner, stellvertretende Leiterin des Bereichs Immobilien, sogar rund 40 Prozent. Auch die Sparkasse Pforzheim Calw „spürt eine Belebung der Immobiliennachfrage“, so Karlheinz Frey, verantwortlich für Immobilien & Mobile Beratung. Hier betrug das Plus „knapp 30 Prozent“

Während Jürgen Schick, Vizepräsident des IVD, das gestiegene Interesse an Immobilien in erster Linie den Kapitalanlegern zuschreibt, waren es in Pforzheim und der Region vor allem die Eigennutzer, die den Umsatz in die Höhe trieben. Allerdings hat auch hier die Zahl der Anleger deutlich zugenommen.

„Einerseits wird der Sachwert ,Immobilie’ zunehmend als Inflationsschutz gesehen, andererseits sind die Aussichten auf eine hohe Rendite im Vergleich zu alternativen Anlagen sehr gut“, erläutert Haalboom. Daneben gibt es eine weitere Gruppe: „Immobilien werden als Kapitalanlage gekauft und vermietet. Einige Jahre später werden diese Objekte dann selbst bezogen“, sagt Frey. Das gelte etwa für sogenannte Servicewohnungen. Einen wesentlichen Grund für den Immobilienboom sehen die Experten in den historisch niedrigen Zinsen. „Die spielen bei Eigennutzern nach wie vor eine große Rolle und machen Kauf statt Miete noch interessanter“, sagt Monika Leitner. Das beurteilt auch Wolfgang Haalboom so: „Zurzeit liegen die Darlehensraten häufig unter den monatlichen Mieten.“

Aber auch für Anleger sind die günstigen Hypothekenzinsen von Vorteil. „Die Rendite eines Anlageobjekts liegt momentan über dem Zinssatz des Hypothekendarlehens und deckt die Zinsbelastungen ab – mitunter sogar einen Teil der Tilgung“, rechnet Karlheinz Frey vor.

Mit der pekunären Entwicklung auf dem Immobilienmarkt einher gehen neue Wohntrends. So erfährt etwa der Bungalow ein unerwartetes Revival – stellvertretend für das Wohnen auf einer Ebene. „Die Nachfrage nach barrierefreiem und altersgerechtem Wohnen ist in der Region stark gestiegen“, bestätigt Haalboom. Den Bungalow sieht Frey in einer „untergeordneten Rolle.“

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