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09.04.2009

Kräftiger Preisschub an den Tankstellen

HAMBURG. Unmittelbar vor den Ostertagen sind die Benzinpreise in Deutschland kräftig gestiegen und haben ein neues Jahreshoch erreicht. Die Mineralölkonzerne erhöhten den Preis für einen Liter Benzin auf durchschnittlich 1,27 Euro und für Diesel auf 1,09 Euro, teilten Sprecher der Unternehmen am Mittwoch in Hamburg und Bochum mit.

Das Ausmaß der Preiserhöhungen war regional sehr unterschiedlich; in einzelnen Städten wie zum Beispiel Lübeck stiegen die Preise innerhalb kurzer Zeit um bis zu zehn Cent je Liter. In anderen Regionen waren es drei bis vier Cent. Der Automobilclub ADAC nannte die Benzinpreise angesichts des Rohölpreisniveaus „deutlich überhöht“.
Als Begründung nannten die Sprecher gestiegene Beschaffungskosten am europäischen Ölmarkt in Rotterdam. Dort seien die Preise für Benzin von rund 337 Euro im Februar und März auf 365 Euro je Tonne gestiegen. Beim Diesel sei der Einkaufspreis von 320 auf 348 Euro je Tonne gestiegen. In den vergangenen Monaten bewegte sich der Benzinpreis an der Tankstelle überwiegend in einer relativ schmalen Bandbreite zwischen 1,17 und 1,23 Euro je Liter. Die Schwankungen an einzelnen Tagen könnten jedoch beträchtlich sein, sagte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg. Das sei Ausdruck des intensiven Wettbewerbs.
Diesel habe sich seit Dezember zunächst verbilligt, weil die Heizöltanks der Verbraucher wieder gefüllt sind und die Nachfrage nach sogenannten Mitteldestillaten sich deutlich abschwächte. Zudem mache sich auch die Wirtschaftskrise bemerkbar; es würden weniger Güter transportiert und damit auch weniger Dieselkraftstoff verbraucht. Bislang schwankte der durchschnittliche Dieselpreis in diesem Jahr meistens zwischen 1,02 und 1,08 Euro je Liter. Der steuerliche Abstand von rund 17 Cent je Liter zum Benzin sei wieder hergestellt, nachdem Diesel im vergangenen Jahr zeitweise an der Tankstelle ebenso viel wie Benzin kostete. dpa