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04.05.2009

MWK Maulbronn insolvent: 330 Arbeitsplätze in Gefahr

MAULBRONN. Das ist ein herber Schlag für 330 Beschäftigte und auch für die Stadt Maulbronn als Industriestandort: Die Geschäftsführung der „MWK Maulbronn GmbH“ (vormals Firma „Schenk“) hat beim zuständigen Amtsgericht Pforzheim Insolvenz angemeldet. Die Mitarbeiter, die 2008 noch einen Umsatz von 45,2 Millionen Euro erwirtschaftet haben, müssen nun um ihren Arbeitsplatz fürchten.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Dr. Philipp Grub, Rechtsanwälte Grub, Brugger & Partner aus Stuttgart bestellt. „Dieser Schritt, den wir sehr bedauern, ist notwendig geworden, weil es trotz intensiver Bemühungen um eine nachhaltige Umstrukturierung nicht gelungen ist, die strukturellen Probleme am Standort Maulbronn zu lösen“, schreibt Dr. Georg Stierle von der MWK-Geschäftsführung in einer Pressemitteilung.

Umsatzkurve und Auftragszahlen haben sich bei vielen Firmen in Deutschland vom vierten Quartal 2008 bis heute ähnlich entwickelt – nämlich steil nach unten. Die gesamtwirtschaftliche Situation bei „MWK Maulbronn“ habe sich, so heißt es in der Firmenmitteilung, „seit September 2008 massiv verschlechtert“. Und: „Starke Auftragseinbrüche im Bereich Automobilzulieferung und ein deutlich rückläufiger Auftragseingang aus der Energietechnik haben bereits 2008 zu einer nicht mehr vertretbaren negativen Ergebnisentwicklung geführt.“ Im ersten Quartal 2009 habe sich die Auftrags- und Ergebnissituation weiter dramatisch verschlechtert.

Die derzeit nicht vorhersagbare Entwicklung auf den MWK-Absatzmärkten würde es, so erklärt es die Geschäftsführung, unmöglich machen, „eine verlässliche und tragbare Investitions- und Zukunftsplanung für das Unternehmen zu entwickeln“. Konkret heißt das für die 330 Mitarbeiter: Es gibt keine Zukunft für einen Fortbestand ihrer Arbeitsplätze in gewohnter Form. Was nun wie und wann noch zu retten ist, wer vielleicht in einer anderen Form seinen Arbeitsplatz behalten kann, wird das Insolvenzverfahren zeigen.

In der MWK-Pressemitteilung heißt es: „Die finanziellen Mittel für eine Fortführung der Produktion am Standort Maulbronn sind aufgezehrt und eine weitere Unterstützung durch die Muttergesellschaft MWK Renningen GmbH nicht möglich.“ Die MWK Renningen GmbH und die MWK Schwäbisch-Gmünd GmbH seien von der Entwicklung in Maulbronn unberührt und würden ihre Geschäftstätigkeit ohne jede Einschränkung weiterführen.