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03.02.2009

Märklin vor dem Aus?

GÖPPINGEN. Der Göppinger Spielwarenhersteller Märklin steckt erneut in Geldschwierigkeiten. Derzeit verhandle das Unternehmen mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der Göppinger Kreissparkasse über die Verlängerung eines Kredites, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Montag aus Unternehmenskreisen.

„Wenn diese Kreditlinie nicht erneuert wird, ist es schwierig, weiter zu wirtschaften“, hieß es. Noch sei das Unternehmen auch wegen des gerade abgeschlossenen Weihnachtsgeschäfts jedoch liquide.
Mit einem Ergebnis der Verhandlungen zwischen den Banken und dem Finanzinvestor Kingsbridge, der Märklin vor fast drei Jahren übernommen hatte, werde in den nächsten Tagen gerechnet. Dabei gehe es um die Verlängerung eines Kredites über rund 50 Millionen Euro, der zum 31. Januar ausgelaufen war. Geklärt werden müsse, unter welchen Umständen dieser Kredit verlängert werden könne, hieß es aus Unternehmenskreisen. Noch bestehe Hoffnung, dass die Gespräche erfolgreich verlaufen.
Die Banker sollen keine Möglichkeit mehr gesehen haben, das Unternehmen zu restrukturieren, berichtet die „Wirtschaftswoche“ unterdessen. Das Unternehmen stehe daher vor der Insolvenz. Im vergangenen Jahr soll die Traditionsfirma 20 Millionen Euro Verlust gemacht haben. Die LBBW wollte keine Stellungnahme abgeben. „Wir kommentieren grundsätzlich keine Kundenthemen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Der Modelleisenbahnbauer Märklin hat 2008 trotz eines schwierigen Weihnachtsgeschäfts den Umsatz leicht auf 128 Millionen Euro gesteigert. Im Geschäftsjahr 2007 lag der Umsatz bei 126 Millionen Euro. Gleichzeitig sei der Fehlbetrag im operativen Geschäft im Vergleich zu 2007 reduziert worden, teilte Märklin Mitte Januar mit. Zahlen dazu gab das Unternehmen allerdings nicht bekannt. Märklin kündigte damals an, weiter Kosten sparen zu wollen.