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Zufrieden  mit dem Geschäftsjahr 2009 bei Thales in Pforzheim  äußerte sich Peter Obermark (rechts). In der Goldstadt werden unter anderem zivile und militärische Überwachungsgeräte entwickelt.
Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2009 bei Thales in Pforzheim äußerte sich Peter Obermark (rechts). In der Goldstadt werden unter anderem zivile und militärische Überwachungsgeräte entwickelt.

Mehr Jobs bei Thales: Hightech-Schmiede in der Goldstadt

PFORZHEIM. Atypisch in der Stadt mit der höchsten baden-württembergischen Arbeitslosenquote: Bei Thales Pforzheim wurde in der größten Krise der Nachkriegszeit die Zahl der Jobs erhöht – ausschließlich qualifizierte Jobs.

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„Wir haben zwei gute Jahre hingelegt. Bei uns läuft‘s blendend im Moment.“ Diese Aussage von Peter Obermark stammt nicht aus einer Zeit, in der die Welt nichts von der Finanz- und Wirtschaftskrise ahnte. Sie ist brandaktuell. Obermark leitet bei Thales Deutschland den Geschäftsbereich „Defence & Security Systems“ (Verteidigungs- und Sicherheitssysteme) am Standort Pforzheim. Dort, an der Ostendstraße 3 im ehemaligen SEL-Gebäude neben Witzenmann, arbeiten rund 420 hochqualifizierte Beschäftigte – meist Ingenieure und Softwareentwickler – an komplexen Hightech-Lösungen für den militärischen und zivilen Einsatzbereich. „Zum Jahresbeginn haben wir 17 neue Ingenieure eingestellt. Inzwischen spüren wir aber den Fachkräftemangel, es wird eng“, sagte Obermark.

Leuchtturmprojekt für den Orbit

Weitere 30 Spezialisten sind im Hochsicherheitstrakt eines Thales-Labors an der Ostendstraße tätig. Dort wird die Funktion der Elektronik des künftigen europäischen Navigationssystems Galileo getestet (siehe nebenstehende Grafik). Es soll ab 2014 als Konkurrenz des herkömmlichen US-Systems GPS vom All aus Navigationshilfe geben – und zwar um ein Vielfaches genauer als dies GPS vermag (die PZ berichtete). Bei Thales gilt Galileo als „Leuchtturmprojekt“.

Unterdessen machte Obermark deutlich: „Man kann keine Produkte mehr verkaufen, es müssen ganze Konzepte sein.“ Norumat (abgleitet von Notrufautomat) ist ein Beispiel dafür. Aus der Pforzheimer Hightech-Schmiede von Thales stammt die Entwicklung dieses Systems, das die elektronische Kommunikation von Leitstellen bei notärztlichen Rettungsstellen, Polizei oder Feuerwehr gewährleistet. Jüngster Auftrag für dieses Segment: Das Land Nordrhein-Westfalen lässt von Thales 400 Polizei-Arbeitsplätze mit Norumat-Technik ins digitale Kommunikationszeitalter überführen. Auftragswert für Thales: 15 Millionen Euro. Weitere Beispiele von Thales-Produkten: In Afghanistan stehen deutsche Soldaten über Funkgeräte, die in ihren Schutzwesten integriert sind, miteinander in Kontakt. Oder: Die marokkanische Grenze wird mit elektronischen Anlagen überwacht, in denen die Hightech-Teile von Thales eingebaut sind.

Autor: Gerd Lache

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