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Aufwendige Kühltechnik  in der gesamten Lieferkette garantiert die Frische sämtlicher Produkte.
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Der neue C+C-Großmarkt  hat bis zu 13 500 verschiedene Artikel im Sortiment.
Der neue C+C-Großmarkt hat bis zu 13 500 verschiedene Artikel im Sortiment.
© Bechtle
Die Prominenz  beim Rundgang durch die Lagerräume.
Die Prominenz beim Rundgang durch die Lagerräume.
Menschentrauben  bildeten sich gestern beim Tag der offenen Tür im C+C-Großmarkt im Gewerbegebiet Hohenäcker.
Menschentrauben bildeten sich gestern beim Tag der offenen Tür im C+C-Großmarkt im Gewerbegebiet Hohenäcker.
Über Kostenproben  zur Stärkung freuten sich die Besucher.
Über Kostenproben zur Stärkung freuten sich die Besucher.
Die IHK-Umweltmedaille  überreichte Achim Rummel (rechts) an Jörg Lupus.
Die IHK-Umweltmedaille überreichte Achim Rummel (rechts) an Jörg Lupus.
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Neues Lupus-Logistikzentrum setzt umwelttechnische Maßstäbe

PFORZHEIM. Zu einem Besuchermagnet wurde gestern der neue Großverbraucher-Abholmarkt der Firma Lupus im Gewerbegebiet Hohenäcker. In das neue Logistikzentrum wurden insgesamt 20 Millionen Euro investiert.

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Mit kulinarischen Kostenproben aus Küche und Keller (oder besser Produkten aus dem C+C-Abholmarkt) wurden die Gäste beim gestrigen „Tag der offenen Tür“ bewirtet. Der Unternehmer und Bauherr Jörg Lupus verteilte viel Lob an die beteiligten Planer und Baufirmen, fand aber auch kritische Worte für die bürokratischen Hürden, die es in der zehnmonatigen Bauzeit zu überwinden galt. So hätte fast ein Lkw-Lärmschutzgutachten die Realisierung des Bauprojekts verhindert, weil an einem abgelegenen Winkel des Grundstücks die Geräusch-Emission der Lieferfahrzeuge – rein rechnerisch – um ein Dezibel über dem zulässigen Grenzwert liegen könnte. Und dabei liegt das neue Lupus-Logistikzentrum direkt an der Autobahn-Auffahrt Pforzheim-Nord in einem Gewerbegebiet.

Schwerkraft und Bürokratie

Lupus zitierte deshalb den Raumfahrt-Pionier Wernher von Braun, der einmal gesagt hatte, für den Flug ins All gebe es nur zwei Hindernisse – die Schwerkraft und die Bürokratie. Letztere sei wohl am schwersten zu überwinden. Lupus wünschte Politik und Verwaltung mehr Realitätssinn bei der Umsetzung einer Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen.

Auch der Baugrund hielt einige unliebsame Überraschungen bereit, was zu Verzögerungen und Mehrkosten führte. So mussten 240 Bohrpfähle tief im Untergrund versenkt werden, um die Stabilität zu erhöhen. Doch gestern galt es das gelungene Bauprojekt zu feiern und die Unternehmerfamilie Lupus, die seit 105 Jahren am Standort Pforzheim aktiv ist, durfte sich über viele anerkennende Worte von Kunden, Geschäftspartnern und Politikern freuen.

Im Vordergrund stand neben dem Lob für unternehmerischen Mut und Weitblick die Würdigung der energieeffizienten Umsetzung des Neubauprojekts. Wer zu Hause nur eine Gefriertruhe in Betrieb habe, könne kaum abschätzen, was für gewaltige Energiemengen in diesem Großobjekt benötigt werden, erläuterte die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner.

Die gesamte Gebäudetechnik werde unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizenz und des Umweltschutzes betrieben. Die Firma Lupus habe bewiesen, dass es geht. 1100 Tonnen CO2 würden dadurch pro Jahr gespart. „Wir hätten statt dessen auch 100 000 Fichten pflanzen müssen, um diese CO2-Menge zu speichern“, rechnete Jörg Lupus den Gästen aus Wirtschaft und Politik vor. Die im Untergeschoss installierte Kälteerzeugungsanlage mit insgesamt 1100 Kilowatt Kälteleistung arbeitet ausschließlich mit natürlichen Kältemitteln, wobei fast 90 Prozent der Kälteleistung der Lebensmittelkühlung dient. Die anfallende Abwärme wird im Winter zur Beheizung des Marktes, des Großverbraucherlagers und der Büroräume genutzt.

Eine Geothermie-Anlage macht eine Heizung überflüssig. Dazu kommt eine Fotovoltaik-Anlage, die 100 Haushalte mit Strom versorgt. Durch ein europaweit wohl einzigartiges Wärme-Kälte-Konzept könne nicht nur ganz auf fossile Brennstoffe verzichtet werden, sondern werde auch eine Einsparung um 30 Prozent bei den anfallenden Energiekosten möglich. „Das rechnet sich“, sagte die Umweltministerin. „Das ist zweifellos ein Leuchtturm-Projekt.“ Die Unternehmerfamilie habe in der langen Firmengeschichte nie die Hände in den Schoß gelegt. „Und wir wollen noch besser werden“, versprach Lupus.

Oberbürgermeisterin Christel Augenstein zeigte sich erleichtert, dass die Stadt Pforzheim nicht vom „Bürokratie-Vorwurf“ betroffen war. Im Gegenteil, die Zusammenarbeit mit dem städtischen Liegenschaftsamt bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück verlief positiv. So konnte die Lupus-Unternehmensgruppe am Standort Pforzheim gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Der Neubau des Logistikzentrums wurde realisiert, die Stuttgarter Frischdienst-Union integriert und obendrein noch ein neues EDV-Lagerwirtschaftssystem eingeführt. Lupus-famila gehöre mittlerweile zu den zwölf größten SB-Warenhaus-Ketten in Deutschland, betonte Christel Augenstein.

Bekenntnis zum Standort

Die Oberbürgermeisterin würdigte zugleich das klare Bekenntnis zum Standort Pforzheim, den Mut zur Innovation und die Bodenständigkeit der Familie Lupus. Das bestätigte auch Stefan Mappus, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag, der zugleich die Grüße der Pforzheimer Bundes- und Landtagsabgeordneten Gunther Krichbaum (CDU) und Hans-Ulrich Rülke (FDP) überbrachte. Jörg Lupus hatte Mappus versehentlich als Fraktions-Chef der CSU begrüßt, was dieser augenzwinkernd als Beleg für die Sympathie des Pforzheimer Unternehmers für die bayerische Schwesterpartei der Union wertete.

Mappus lobte die regionalen Banken, die sich als verlässliche Partner der Unternehmergruppe Lupus-famila erwiesen hätten. Sowohl die Sparkasse Pforzheim Calw als auch die Volksbank Pforzheim übernahmen die Finanzierung des 20-Millionen-Projekts. Während die Sparkasse die Gebäudeinvestition absichert, ist die Volksbank für die Einrichtung und Ausstattung mit im Boot.

Ein Logistikzentrum erfordert weit mehr als eine Halle und viele Fahrzeuge, erläuterte IHK-Hauptgeschäftsführer Achim Rummel. „Hätten wir in der globalen Wirtschaft mehr ehrbare Kaufleute wie die Unternehmer der Familie Lupus, wäre uns vieles erspart geblieben“, bemerkte Rummel im Blick auf die Turbulenzen in der Finanzwirtschaft.

Autor: Lothar H. Neff

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