

PFORZHEIM. „Das Klappern der Stanzautomaten ist Musik in unseren Ohren“, betont Conttek-Geschäftsführer Bernd Zwintzscher beim Rundgang durch die Produktionshallen. Bei der Stanztechnik-Firma läuft es wieder rund.
Das war im vergangenen Jahr leider nicht der Fall – wie viele Unternehmen der Automobilzuliefer-Branche wurde Conttek kalt von der Krise erwischt. Dabei hatte das Präzisionstechnik-Unternehmen gerade in den Neubau eines modernen Fabrikgebäudes im Pforzheimer Gewerbegebiet Hohenäcker investiert. Statt klappernder Stanzautomaten herrschte Stillstand – betriebsbedingte Kündigungen und Kurzarbeit waren die Folge. „Das liegt zum Glück hinter uns“, erläuterte am Dienstag der kaufmännische Geschäftsführer Karl Schiga Oberbürgermeister Gert Hager, der sich mit den führenden Köpfen der Pforzheimer Wirtschaftsförderung zum Firmenbesuch bei Conttek angesagt hatte.
„Die Präzisionstechnik ist mit 8000 Arbeitsplätzen neben der Medizin- und Dentaltechnik die wichtigste Zukunftsbranche in unserer Stadt“, erläuterte Hager. „Es geht langsam aber stetig aufwärts.“ Bei mehreren Firmenbesuchen hat er sich in den vergangenen sechs Monaten seit seiner Wahl zum Stadtoberhaupt davon überzeugt und betont, dass man am Standort Deutschland nur mit Neuentwicklungen im Highend-Bereich wettbewerbsfähig sein könne. „Die Unternehmen sind selbstbewusst“, ergänzte Christoph Dickmanns, Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP).
Viele hätten die Krise genutzt, um sich technologisch neu aufzustellen. Mit der Initiative Hochform unterstützt die WSP diese Anstrengungen. Mit gemeinsamen Messeauftritten, Imagewerbung und Seminaren sollen die Betriebe in Hochform gebracht werden. Wobei Hager bewusst die Kooperation über Gemarkungsgrenzen hinaus unterstützt. „Mit Kirchturmdenken kommen wir in einer globalisierten Welt nicht weiter.“
Wichtig ist Karl Schiga die qualifizierte Ausbildung. Neben 109 Mitarbeitern beschäftigt Conttek elf Lehrlinge – eine für einen Produktionsbetrieb ungewöhnlich hohe Ausbildungsquote. „Wer bei seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher feilen gelernt hat, hat eine gute Grundlage“, sagt Schiga und verweist auf die Tatsache, dass gleich mehrere Lehrlinge anschließend noch Berufsakademie oder Hochschule besuchen. Bildung sei immens wichtig, betonte Hager, der auf den Ausbau der Studienplätze an der Hochschule Pforzheim verwies. An die Adresse des Stadtoberhaupts richtete Schiga die Bitte, eine Kinderbetreuung für die Beschäftigten im Gewerbegebiet Hohenäcker anzubieten.
Autor: Lothar H. Neff





Das lesen Abonnenten am Samstag in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":