

PFORZHEIM. Zwar nicht die längste Praline der Welt, dafür aber vermutlich die teuersten Spaghetti (aus purem Gold und natürlich aus der Goldstadt) findet man im Internet-Auftritt von „www.schmuck.tv“. Die wertvollen Schlangenketten sind auf einem Nudelteller angerichtet.
Schmuck im Internet zu präsentieren ist wahrlich nichts Ungewöhnliches. Doch die Online-Plattform, die der Pforzheimer Schmuckprofi Alexander Elsäßer (37) und der Stuttgarter Kommunikationsdesigner Michael Starzmann (40) eingerichtet haben, fällt aus dem Rahmen.
Sie versteht sich nämlich nicht als Verkaufsadresse für wertvolle Präziosen, sondern vielmehr als interaktive Kommunikations-Plattform.
Unter dem Slogan „Alles, was Schmuck bewegt!“ wollen Starzmann und Elsäßer alle Schmuckbegeisterten – vom Goldschmiede-Schüler über den Designer bis zum Juwelier als Akteure auf ihrem Special-Interest-Portal versammeln.
Die Adresse „www.schmuck.tv“ hat sich der Pforzheimer Marketingexperte übrigens schon vor zehn Jahren gesichert. Damals hatte er gerade sein Studium an der Fachhochschule abgeschlossen. Titel seiner Diplomarbeit: „Die Zukunft des Fernsehens“ und diese Zukunft sieht Elsäßer im Internet. Er weiß wovon er spricht, denn der Pforzheimer hat mehrjährige Erfahrung im Tele-Shopping gesammelt. „Intelligente Leute sind die beste Suchmaschine“, sagt Mitstreiter Starzmann und hofft, dass sich möglichst viele dieser klugen Zeitgenossen auf „schmuck.tv“ treffen. Schmuckschaffende und -interessierte, Anbieter und Konsumenten können sich dort präsentieren, kennenlernen und ihre Meinungen austauschen. Neben Basiswissen über Schmuck spielen Tipps und Trends eine wichtige Rolle. Videos und Clips stehen im Vordergrund.
„Es geht dabei nicht um perfekte Werbefilme oder Hochglanz-Fotos“, macht Elsäßer deutlich. Vielmehr seien Spontanität und Witz gefragt. Deshalb setzt „schmuck.tv“ auf selbst gestrickte Web-2.0-Inhalte und ermöglicht seinen Mitgliedern als nach eigenen Abgaben erste Schmuck-Community Deutschlands das kostenlose Einstellen („Upload“) von Videos, Audios, Bildern, Dokumente sowie Blog-Beiträge zum Thema Schmuck und Uhren. Unter der Rubrik „Junge Talente“ können sich Nachwuchs-Designer auf einer modernen Plattform präsentieren und zugleich der Bewertung durch die Schmuck-Community stellen – eventuelle Kontakte zu Herstellern und Vertriebsfirmen inklusive. Das Schmuckmuseum Pforzheim ist mit einer ausführlichen Video-Präsentation ebenso vertreten wie die Pforzheimer Schmuckfirma „Teno“.
Die junge slowakische Schmuckdesignerin Petra Toth nutzt beispielsweise diese Möglichkeit zur kostenlosen Selbstdarstellung gleich für mehrere Videoclips, in denen sie ihre Produkte – musikalisch garniert – präsentiert. Es geht nicht um absolute Perfektion, sondern gelebte Spontanität.





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