






Microsoft veranstaltet sein Entwickler-Treffen erstmals in Pforzheim.Besonderheit: Design- Expertin berät Program- mierer rund um die Uhr.
Schau mal, ob der Emulator funktioniert. Der rockt eigentlich so richtig ab.“ Allerdings: „Der Voremulator ist noch von W7.“ Und überhaupt: „Sind das ganz normale Data-Sockets?“ Für den Laien erklärt Wikipedia: „Als Emulator wird in der Computertechnik ein System bezeichnet, das ein anderes in bestimmten Teilaspekten nachbildet.“ Und ein Socket ist ein Software-Modul, mit dessen Hilfe sich ein Computerprogramm mit einem Rechnernetz verbinden und mit anderen Computern Daten austauschen kann.
Das Programmierer-Festival am Samstag im Pforzheimer Industriefoto-Studio Gieske war nichts für bloße Anwender von Software oder laienhafte Bediener von Rechnern. Da ging’s fachspezifisch zur Sache, nahe ans Herz des Microsoft-Betriebssystems Windows 8 (Erscheinung im Oktober). Rund 60Nerds (Digitalfreaks), Programmier-Experten und Entwickler-Enthusiasten trafen sich zum Hackathon. Darunter versteht man eine Veranstaltung, bei der Einzelne oder ein Team von morgens bis tief in die Nacht an Codes für neue Programme basteln. Dieses Mal ging’s um so genannte Apps, abgeleitet von Applikation (kleine Computer-Programme). Zum Beispiel diese: Eine Mitarbeiterin des Pforzheimer Softwarespezialisten Omikron erstellte eine Zyklus-App, bei der es um die Bestimmung der Monatsregel der Frau geht. Zwei Mitarbeiter von Meyle+Müller aus Pforzheim entwickelten ein Duel-Card-Game, eine Spiele-App. Samuel Nitsche: Dabei soll entweder ein eigenes Projekt abgeschlossen oder zumindest das des Konkurrenten blockiert werden.
Ein anderer schrieb den Code für die digitale Version des Elektro-Musikinstruments „Tannerin“, dessen Sinuston unter anderem auf dem Beach-Boys-Song „Good Vibrations“ zu hören ist. Und für den kränkelnden Computer-Benutzer wurde eine App zur Bestimmung von homöopathischen Heilpflanzen geschaffen. Die Funktion: Einfach auf dem Display eine virtuelle Körperstelle anklicken, auf der es im realen Leben weh tut – und schon gibt es Tipps zur Kräuter-Behandlung. Oberbürgermeister Gert Hager hat sich bei einer Stippvisite staunend über die digitalen Ideen informiert: „Ich bin begeistert, welche IT-Kompetenz in Pforzheim vorhanden ist. Das müssen wir weiter ausbauen.“
Microsoft veranstaltet landauf landab jeden Monat rund 15solcher Treffen, erzählt Oliver Scheffert. Er ist Audience Marketing Manager bei Microsoft Deutschland (Unterschleißheim) und betreute den Hackathon in Pforzheim. Übersetzt bedeutet Schefferts Job, dass er für den Kontakt zu den Entwicklern zuständig ist. Ebenfalls von Microsoft mit dabei war Developer Evangelist Tom Wendel. Aufgabe des Spieleexperten ist es, den Teilnehmern Tipps bei der Codierung zu geben. Und: Organisatorin Petra Schneider freute sich, dass mit Sascha Wolter ein versierter Vertreter des Telekom-Portals „Developer Garden“ beratend mit dabei war.
Bis dahin ähneln sich die bundesweiten Microsoft-Hackathons. „Neu in Pforzheim“ war das Angebot, eine Designexpertin zu verpflichten – für Isabelle Possehl vom Pforzheimer Design-Studio „Dumbo and Gerald“ die Herausforderung schlechthin. Jeder der 60 Teilnehmer nahm sie bis früh am Morgen mehr oder weniger in Beratungsbeschlag: „Man kann auf die Schnelle zwar kein App-Design in der Endversion entwickeln, aber ich kann Anregungen geben, in welche Richtung es gehen soll“, sagt Possehl. So hat sie etwa dem Entwickler einer Projektmanagement-App bei der optischen Umsetzung geholfen.
Constantin Klein reiste speziell wegen dieses Angebots aus Mannheim an. „Die Design-Beratung war die Motivation, nach Pforzheim zu kommen“, erklärt der Software-Architekt, der schon Hackathons im Raum Frankfurt veranstaltet hat. Für Pforzheim waren die Medialesson-Geschäftsführer Philipp Bauknecht und Petra Schneider für die Organisation zuständig. Bauknecht arbeitet seit Jahren mit Microsoft zusammen und entwickelt selbst entsprechende Apps für Windows8.
Autor: Gerd Lache | Pforzheim






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