

Für knapp 40 Beschäftigte ist jetzt eine Transfergesellschaft der neue Arbeitgeber.
Die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Mypegasus aus Reutlingen wird 40 Mitarbeiter der Eugen Schofer GmbH & Co. KG aufnehmen und sie während eines Zeitraums von acht Monaten weiterqualifizieren sowie auf einen neuen Arbeitsplatz vorbereiten. Während dieser Zeit erhalten die Betroffenen 80 Prozent ihrer bisherigen Vergütung.
„Wir sind froh, dass der Insolvenzverwalter die Mittel für eine Transfergesellschaft bereitgestellt hat“, äußerte sich am Mittwoch Schofer-Geschäftsführer Mathias Kohlhammer hoffnungsfroh. Wie in der PZ berichtet, musste das bislang erfolgreiche Traditionsunternehmen auf der Wilferdinger Höhe im Mai Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit stellen. Betroffen davon sind knapp 90 Beschäftigte.
Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise seien der renommierten Manufaktur quasi über Nacht bis zu 80 Prozent der Aufträge weggebrochen, insbesondere auf den Auslandsmärkten. Das Exportgeschäft der Goldstadt-Firma machte rund 85 Prozent aus. Während noch 2006 von Schofer ob der guten Geschäftslage die Firma Herbstrith übernommen und ein Jahresumsatz von knapp 26 Millionen Euro geschrieben wurde, begannen zwei Jahre später mit der Lehman-Brothers-Pleite nach Angaben der Geschäftsführung die Umsätze zu bröckeln.
Der Rückgang entwickelte sich in der Folge schließlich so gravierend, dass nur noch der Gang zum Insolvenzgericht in Frage gekommen sei. Zum Insolvenzverwalter wurde Wolfgang Bilgery von der Stuttgarter Kanzlei „Grub Brugger“ bestellt. Er hat sich in Pforzheim einen guten Ruf als erfolgreicher Sanierer von finanziell angeschlagenen Firmen erworben.
Die Eigentümerfamilien von Schofer um Mathias Kohlhammer sind nach eigener Aussage dazu bereit, das Unternehmen weiterzuführen. Allerdings machte Bilgery auch deutlich, dass ein Verkauf an andere Investoren nicht ausgeschlossen sei.
Der jetzt geplante Wechsel eines Teils der Belegschaft in die Transfergesellschaft sei zum 1. August geplant. Ihn bezeichnete der Insolvenzverwalter in einer schriftlichen Mitteilung am Mittwoch als „Teil eines umfassenden Sanierungskonzeptes, mit dem Schofer wieder auf Gewinnkurs gebracht werden soll“. Mit den verbleibenden 55 Mitarbeitern werde der Geschäftsbetrieb von Schofer weitergeführt.
Neben dem Personalabbau um knapp unter der Hälfte der Belegschaft sei zudem geplant, die Produktion auf die Kernkompetenz des Unternehmens zu konzentrieren. Dies sei: die Herstellung innovativer Maschinenketten in hoher Qualität aus Draht und Bandmaterial sowie hochwertiger handgefertigter Colliers und Armbänder. Für die Hong Kong Jewelry & Watch Fair im September sei Schofer als Messeaussteller angemeldet und werde teilnehmen, so der Insolvenzverwalter.
Autor: Gerd Lache





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