

PFORZHEIM. Klasse vor Masse, nach diesem Motto verlief am Samstag der „Tag der offenen Tür“ zum zehnjährigen Bestehen des Gründerzentrums Innotec an Blücherstraße. 21 Junguntenehmen präsentierten ihre Leistungen.
Vision oder Realität? Wir sitzen in der Kneipe an einem Tisch, dessen Platte aus einem riesigen LCD-Bildschirm besteht. Unsere Hand berührt den Bildschirm und es öffnen sich Fenster, wie man es von den herkömmlichen PC-Windowsanwendungen kennt – diese müssen allerdings mit einer Maus gesteuert werden. Hier reicht das Berühren mit den Fingerkuppen. Nun erscheinen auf dem Tischplattenbildschirm Informationen über die Kneipe, ihre Historie, die Speisekarte. Wir stellen unser leeres Glas ab und der Tisch-PC fragt, ob wir noch einen Drink ordern wollen. Bis zum Eintreffen der bestellten Speisen werden wir von dem rechnergesteuerten Tisch mit weiteren Informationen und Nachrichten unterhalten.
Keine Vision, sondern Realität: Dieses „interaktive gastronomische Erlebnis“ gibt es bereits in einem Hardrock-Café in den USA, sagte Philipp Bauknecht, Geschäftsführer von medialesson mit Sitz im Gründerzentrum Innotec an der Blücherstraße 32 in Pforzheim. Sein Unternehmen ist an derartigen Entwicklungen beteiligt. Konkret: „Wir arbeiten an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.“ medialesson will die Bedienung von Computern so vereinfachen, dass er vom normalen Anwender auf einfache Art genutzt werden kann. Zum Beispiel durch Touchscreen, also dem einfachen Tippen mit den Fingern statt mit Mausklicks.
Die eingangs beschriebene LCD-Tischplatte – sie wird Evoluce one genannt – kann laut Bauknecht „255 Eingaben gleichzeitig aufnehmen und verarbeiten“. Derzeit arbeitet medialesson im Innotec an einer Smartphone-Schnittstelle im Auftrag von Microsoft.
Dies und mehr gab’s am Samstag im Innotec zu sehen und zu testen. Auch ein Tischfussballspiel, bei dem es keine realen Spielerfiguren oder Bälle gibt. Statt dessen läuft die ganze Szene rechnergesteuert auf einem virtuellen LCD-Rasen ab. Die Firma Sirius präsentierte diese Entwicklung. Geschäftsführer Andre Gindele äußerte sich im PZ-Gespräch zufrieden mit dem Verlauf der Jubiläumsveranstaltung. Zwar sei der Besucheransturm ausgeblieben, statt dessen seien die Gespräche mit jenen Interessenten, die kamen, „sehr intensiv gewesen“, erklärte der Wirtschaftsinformatiker.
Ähnlich sah es auch Manuel Häuser, der gemeinsam mit Sirin Gökhan die Firma Gedankengut im Innotec platziert hat. „Die Qualität der Besucher war sehr gut“, erklärten die beiden Informatiker. Ihr Geschäftsfeld: Ein Programm zur Erstellung von Rechnungen, das online-basierend ist. Die Daten werden auf einem Server abgelegt.
Zufrieden äußerte sich auch Patrizia Golosch von der Agentur für visuelle Kommunikation. Sie hat mit Partnerin Leona Hurrle die Firma Hugo gegründet. Den „Tag der offenen Tür“ nutzte Hugo zur Einweihung der neuen Räume im Innotec.
Die von der PZ befragten Innotec-Jungunternehmer sahen die Veranstaltung durchaus positiv. Insofern stand Zentrumsleiter Reiner Müller beim Resümee-Gespräch am Samstagabend alleine, als er etwas wehmütig feststellte: „Es hätten ein paar Besucher mehr sein können.“
Autor: Gerd Lache





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