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Lauschten dem dröhnen der Zwölf-Zylinder-Motoren  beim Start des klimaschonenden Energiekraftwerks im Hotel „Traube Tonbach“ (von links): Inhaberehepaar Heiner und Renate Finkbeiner, Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) sowie Planer Klaus Liepe
Lauschten dem dröhnen der Zwölf-Zylinder-Motoren beim Start des klimaschonenden Energiekraftwerks im Hotel „Traube Tonbach“ (von links): Inhaberehepaar Heiner und Renate Finkbeiner, Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) sowie Planer Klaus Liepelt.
© Lache

„Traube“ heizt umweltfreundlich ein

BAIERSBRONN. Das Hotel „Traube Tonbach“, eines der deutschen Spitzenhäuser mit Sitz im Nordschwarzwald, hat sich einen weiteren Pluspunkt zugelegt: Mit seiner Energieversorgung gilt es als Vorzeigebeispiel in der Branche.

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„Die Technik ist zwar nicht gerade neu“, räumte die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) am Mittwochabend in Baiersbronn ein, als sie dem Betriebsstart des Blockheizkraftwerks (BHKW) in der renommierte Fünf-Sterne-Herberge „Traube“ beiwohnte. Und dennoch lobte sie: „Die Energieversorgung eines Hotels über ein Blockheizkraftwerk ist ein Vorzeigebeispiel, das weiter Schule machen sollte.“ Drei wesentliche Anforderungen seien mit der Anlage erfüllt worden: umweltverträglich, wirtschaftlich und versorgungssicher.

Antizyklisches Verhalten

Rund 700 000 Euro hat Inhaber Heiner Finkbeiner in das Projekt investiert. Und stolz wies er auf darauf hin, dass die Anlage gegenüber herkömmlicher Technik den CO2-Ausstoß um jährlich 870 000 Kilogramm vermindere. „Das ist beispielhaftes Umweltengagement“, lobte die Landesministerin und bezeichnete die Investition zudem als bemerkenswertes „antizyklisches Verhalten“ in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Herzstück des Kraftwerks sind zwei gasbetriebene Zwölfzylinder-Motoren aus dem Hause MTU Friedrichshafen, erläuterte Planer Klaus Liepelt im PZ-Gespräch. Der Maschinen- und Motorenbauer vom Bodensee habe die Aggregate speziell für den BHKW-Einsatz entwickelt. Geschätzte Laufleistung bis zur nächsten Überholung: 60 000 Betriebsstunden. Mehr als doppelt so viel, wie Lkw-Motoren, die früher in solche Anlagen eingesetzt wurden.

Beitrag zum Klimaschutz

Den Wirkungsgrad berechnete der Planer mit 91,7 Prozent. Die Stromerzeugungsleistung des Kraftwerks gab er mit 434 Kilowatt an, hinzu kommen weitere 770 Kilowatt Abwärmeleistung für die Warmwassernutzung. Im Hotelbetrieb mit angeschlossenem Schwimmbad bestehe ganzjährig ein hoher Warmwasserbedarf. Dieser könne nun optimal durch die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme garantiert werden. Rund 60 Prozent des benötigten Stroms erzeugt das Hotel damit künftig selbst.

„Blockheizkraftwerke erhöhen die Energieeffizienz und leisten ein wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, erklärte Ministerin Gönner. Die Amortisationszeit wird von Geschäftsleiter Jan Kappler mit vier bis fünf Jahre angegeben. Laut Planer Liepelt ist die Kraftwerksanlage bisher die Größte, die in der Region in einen Hotelbau integriert wurde.

Autor: Gerd Lache

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