-4° Aktuelles Wetter
Do, 09.02.2012
> Zum Wetter
Als Auslöser der Finanzkrise  gilt die US Investmentbank Lehman Brothers.
Als Auslöser der Finanzkrise gilt die US Investmentbank Lehman Brothers.

Verschwörung gegen Lehman?

Wirtschaftskrise aus?

Anzeige

Richard „Dick“ Fuld gilt als das Gesicht der Finanzkrise. Der stets grimmig dreinschauende Chef der untergegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers gilt vielen Beobachtern als der Hauptschuldige für die schlimmste Rezession der Nachkriegsgeschichte. Gestern musste er sich dem Finanzkrisen-Untersuchungsausschuss des US-Kongresses stellen. Doch es gibt auch Theorien, die ihn als Opfer einer großen Verschwörung sehen.

„Schwarzer Montag“

Alles dreht sich um den 15. September 2008: An diesem „schwarzen Montag“ geht zuerst Lehman Brothers bankrott, dann schluckt die Bank of America den strauchelnden Rivalen Merrill Lynch. Die Angst vor weiteren Pleiten geht um, die Finanzmärkte geraten in Schockstarre, die Börsen stürzen ab. Dies ist der Ausgangspunkt für die Wirtschaftskrise, die schließlich Menschen überall auf dem Globus trifft.

Hat Goldman Sachs gewettet?

Gestern musste sich Fuld wieder einmal für die Geschehnisse rechtfertigen, welche die Welt so nachhaltig verändert haben. Der Finanzkrisen-Untersuchungsausschuss tagte zum x-ten Mal. Fuld blieb dabei: Lehman Brothers hätte nicht untergehen müssen, der Staat habe versagt, als er der Bank seine Hilfe verweigert habe. Aber warum geriet Lehman Brothers überhaupt in derartige Schwierigkeiten? Keine Frage, Lehman Brothers war wie jede andere Wall-Street-Größe hohe Risiken eingegangen und litt unter den Auswirkungen des zusammenbrechenden US-Immobilienmarkts. Das Management bekam die galoppierenden Probleme nicht mehr in den Griff, schließlich ging Lehman Brothers das Geld aus.

Hartnäckig halten sich aber Spekulationen, große Hedgefonds hätten dem geschwächten Institut letztlich den Todesstoß versetzt. Als Namen tauchen Branchengrößen wie Greenlight Capital, Citadel oder auch der direkte Lehman-Rivale Goldman Sachs auf. Sie hätten auf den Zusammenbruch der 158 Jahre alten Traditionsbank gewettet und kräftig daran verdient, lautet der Vorwurf. Die Finanzspekulanten tätigten demnach sogenannte Leerverkäufe („short-selling“), mit denen sie von sinkenden Aktienkursen profitieren konnten. Eine Anwaltsfirma sucht gerade im Auftrag des Lehman-Insolvenzverwalters nach Beweisen für diese Theorie. Zehntausende Gläubiger warten immer noch auf ihr Geld. Sogar vor deutschen Gerichten laufen Verfahren – Lehman Brothers hatte in Frankfurt eine Filiale. Viele deutsche Kleinanleger hatten sich von den Beratern ihrer Hausbanken Lehman-Zertifikate aufschwatzen lassen.

Auch Pforzheim war Kunde

Die Stadt Pforzheim hatte 20 Millionen Euro als Festgeld angelegt und das Geld nach der Pleite zwar vom Einlagensicherungsfonds zurückbekommen, aber Zinserträge in Höhe von rund 200 000 Euro verloren.

Der Insolvenzverwalter hält der britischen Barclays als Aufkäufer großer Teile von Lehman Brothers vor, zu billig weggekommen zu sein. Der US-Großbank JP Morgan wirft er vor, Lehman kurz vor der Pleite einen Milliardenbetrag abgepresst und damit den Untergang beschleunigt zu haben.

Dem ehemaligen Lehman-Chef Fuld können derlei öffentliche Kreuzverhöre eigentlich egal sein: Er hat seine Schäfchen ins Trockene gebracht. Von unglaublichen 500 Millionen Dollar ist die Rede, die er im Laufe der Jahre kassiert haben soll.

Autor: Daniel Schnettler

Schriftgröße A A A
Artikel teilen
Anzeige
Anzeige
Top Adressen
Anzeige
Top Angebote
Anzeige
Regional Finder
Ispringen
Kämpfelbach
Eisingen
Königsbach-Stein
Remchingen
Keltern
Straubenhardt
Birkenfeld
Neuenbürg
Engelsbrand
Unterreichenbach
Schömberg
Neuhausen
Tiefenbronn
Heimsheim
Friolzheim
Wimsheim
Mönsheim
Wiernsheim
Wurmberg
Niefern-Öschelbronn
Kieselbronn
Neulingen
Ölbronn-Dürrn
Ötisheim
Mühlacker
Illingen
Maulbronn
Sternenfels
Knittlingen
Oberderdingen
Pforzheim
Exklusiv in der PZ

Das lesen Abonnenten am Donnerstag in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":

Alles rund um die Werkschau der Hochschulstudenten. Seite 26/27

Hier geht es zum PZ-Abo und zum 14-Tage-Probeabo

Hier geht es zum E-Paper ...

PZ lesen per E-Paper

zum Log-In                       zur Startseite

Umfrage
Sparkommissar nach Griechenland?
PZ-news auf Facebook
Webcam
Do, 09.02.2012 12:09
Anzeige