



Hält das Teil oder nicht? Ist die Belastung zu groß oder passt es? Bei der Konstruktion von Bauteilen, etwa im Automobilsektor, wird nichts dem Zufall überlassen. Per Computerprogramm überprüfen Spezialisten bereits bei der Konstruktion am Rechner die Eigenschaften des Bauteils – Spezialisten wie Carmelo Giudice und seine Kollegen von MP.Jung in Pforzheim. „Wir können mit unserer Software genau sehen, ob ein Bauteil hält oder nicht. Die Programme sind aufs Hundertstel genau“, sagt Geschäftsführer Giudice, der das Unternehmen 2007 als Ein-Mann-Betrieb gründete.
Mittlerweile hat sich Giudice einen festen Kundenstamm aufgebaut. Seit 2008 wurde die Firma immer wieder erweitert, zählt inzwischen ein gutes Dutzend Mitarbeiter. „Momentan ist der Schwerpunkt der Automobilbereich“, sagt Giudice. Unter anderem unweit von Pforzheim angesiedelte namhafte Automobilhersteller. Aber auch Unternehmen aus den Bereichen Anlagen- und Maschinenbau sowie Automatisierungs- und Handhabungstechnik stehen auf der Kundenliste.
MP.Jung ist allerdings mehr als ein Konstruktionsbüro. Neben der Gestaltung von Bauteilen mit spezieller Software wie Catia V5 gehören auch Fertigung und das Abhalten von Schulungen zum Firmenportfolio. Workshops zu Catia V5, Catia V4 und Siemens NX stehen genauso auf dem Programm wie das Schleifen und Polieren von Metallwaren, das Löten und Glühen von Kleinteilen im Schutzgasofen sowie die Fertigung im Einzelteilbereich und in Serie.
Hinter der Vielfalt steckt Giudices Ziel, möglichst komplette Lösungen aus einer Hand anzubieten. „Wir schaffen es zu 90Prozent, das Produkt auch zu fertigen“, sagt er. An den restlichen zehn Prozent wird derzeit noch gearbeitet. Kunden wollen kein Stückwerk, sondern ein Projekt als Ganzes in Auftrag geben, ist Giudice überzeugt. Zumal, wenn die Zusammenarbeit derart intensiv ist. Sie beginnt bei den ersten Vorstellungen des Kunden und geht über die Planungsphase und eventuelle Korrekturen bis zum fertigen Produkt. Dabei kommen je nach Anforderung auch Mitarbeiter von MP.Jung zur Konstruktionsunterstützung beim Kunden vor Ort zum Einsatz.
Die Entwicklung wird anhand von Meilensteinen dokumentiert und immer wieder mit den Partnern besprochen. Das verhindert unliebsame Überraschungen. „Wenn ich erst am Ende etwas ändern möchte, wird es teuer“, sagt Giudice.
Mit der Fertigstellung endet die Kooperation nicht. Dadurch, dass die Produkte als dreidimensionale Computermodelle vorliegen, bietet MP.Jung seinen Kunden die Möglichkeit, leicht einzelne Stellgrößen zu verändern und so das Produkt anzupassen. „Wir müssen deshalb nicht mehr vor Ort gehen, sondern können alles im Rechner simulieren“, sagt Giudice.
Das gilt auch für eine stufenlos schwenkbare Hebebühne. Bei derartigen Projekten berechnen die Konstrukteure an ihren Computer im Pforzheimer Technologie- und Softwarezentrum Innotec dann auf Kundenwunsch mitunter Belastbarkeiten bis zu 200Tonnen. Schließlich gilt – ganz gleich in welchem Einsatzbereich – das Teil muss halten.
Autor: Stefan Dworschak | Pforzheim






Das lesen Abonnenten am Mittwoch in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":




