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22.08.2008

Was steckt hinter EganaGoldpfeil?

EganaGoldpfeil ist eine Holding in Hongkong, die bis vor knapp einem Jahr von dem deutschen Gründer und Großaktionär Hans-Jörg Seeberger geführt wurde. Sie konzentriert sich auf die Bereiche Mode, Uhren und Schmuck sowie Lederwaren. Unter ihrem Dach sind zahlreiche Marken und Firmen, die seit den Neunzigerjahren hinzugekauft worden sind.

Dazu zählen Carrera, Comtesse, Dugena, Joop!, Junghans, Sioux und Pierre Cardin oder auch – aus Pforzheim ¨– Guthmann + Wittenauer (Übernahme 2003) sowie Abel & Zimmermann (Übernahme 2001).
Bereits 1995 hat Egana Goldpfeil die Firma Speidel erworben, eine der ältesten Schmuckmanufakturen der Goldstadt. Die Übernahme des deutschen Taschenherstellers Goldpfeil im Jahr 1998 findet sich auch in der Namensgebung wieder, bis dahin firmierte Seeberger den Konzern lediglich unter Egana. Großes Medieninteresse rief 2005 die Übernahme des Schuhherstellers Salamander hervor.

Die Europazentrale des börsennotierten Unternehmens ist in Offenbach am Main. Weltweit beschäftigt Egana Goldpfeil rund 7000 Mitarbeiter, davon etwa 2000 in Deutschland. Im Jahr 2007 kam der Konzern in finanzielle Schwierigkeiten, unter anderem war die Rede von unklarer Bilanzführung. Im weiteren Verlauf wurde der Handel der Aktien mehrfach ausgesetzt. Kreditversicherer hoben den Versicherungsschutz auf, viele Lieferanten gaben ihre Ware nur gegen Vorkasse heraus.

Im Geschäftsjahr 2005/06 hatte das Unternehmen noch 560 Millionen Euro Umsatz und 29 Millionen Euro Jahresüberschuss ausgewiesen. In der Hochphase der Konzern-Krise des vergangenen Jahres ist Seeberger in seinem Haus auf Mallorca im Alter von 64 Jahren gestorben.
In den Investor, den in Hongkong ansässigen Einzelhandelskonzern Lifestyle International Holdings Ltd., setzt das Unternehmen bei seiner
Sanierung große Hoffnung. 

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