

"Ich will nicht ausschließen, dass wir irgendwann auch Musik-CDs von Peter Maffay verkaufen", sagte Herbert Arthen, Pressesprecher des Drogeriemarkt-Filialisten dm in der Zentrale in Karlsruhe. Aber was könnten eine deutsche Rocklegende und ein Drogeriemarkt sonst noch an Gemeinsamkeiten haben? Sehr viel, glaubt nicht nur Erich Harsch, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung.
Der Musiker Peter Maffay engagiert sich seit Jahren für traumatisierte Kinder. Ihnen vermittelt er über seine Peter-Maffay-Stiftung durch therapeutische Aufenthalte in geschützten Einrichtungen auf Mallorca, in Bayern und in Rumänien neue Lebensperspektiven und Lebensmut. Knapp eine Million Euro jährlich werden dafür benötigt. „So viel wirft meine Stiftung aber nicht ab“, sagte er in Karlsruhe auf PZ-Anfrage. Deshalb suche er passende Partner, die ihn unterstützen würden. Maffay: „Rund zwei Drittel unserer Arbeit fließt in die Stiftung.“ Das restliche Drittel sei die Musik. Und in diesem Bereich, kündigte Maffay gestern an, werde auf den künftigen Tourneen auch der Name dm erscheinen. In welcher Form, das müsse noch besprochen werden.
Für den sozial engagierten Musiker ist dm als Kooperationspartner prädestiniert, da sich das Unternehmen bereits mit entsprechenden Initiativen hervorgetan hat. Zum Beispiel mit dem Wettbewerb „Ideen Initiative Zukunft“ in Zusammenarbeit mit der deutschen Unesco. Hier wird bürgerschaftliches Engagement im sozialen und kulturellen Bereich gefördert. Hilfsprojekte aus Pforzheim und dem Enzkreis erhielten bereits finanzielle Unterstützung aus diesem Projekttopf.
Anfang dieses Monats wurde der dm-Wettbewerb sogar in der Kategorie „nachhaltige Initiativen“ als Sieger beim deutschen Nachhaltigkeitspreis 2011 in Düsseldorf ausgezeichnet. Maffay wurde dort zum Ehrenpreisträger2011 ernannt. Für den dm-Chef und den Rockmusiker also genügend Gemeinsamkeiten, um ein Netzwerk zur Hilfe im sozialen und kulturellen Bereich zu knüpfen. Gestern unterzeichneten sie deshalb in der dm-Zentrale einen Kooperationsvertrag.
„Ich glaube, dass es eine positive Partnerschaft sein wird“, sagte Maffay. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit „muss man sich erarbeiten“. Erich Harsch bezeichnete den Musiker als eine „glaubwürdige und authentische Person“. Beim Besuch von Maffay’s Kinder-Finca auf Mallorca habe sich Harsch überzeugt, dass „hier großartige Arbeit geleistet wird“.
Anknüpfungspunkte gibt es auch beim dm-Projekt „Singende Kindergärten“. Die Initiative hat nach Unternehmensangaben dazu beigetragen, „dass sich tausende Kinder aus mehr als 600 Kindergärten musikalisch entwickeln und entfalten konnten“. Maffay lobte die Aktion mit dem Hinweis: „Töne erzeugen dort Kommunikation, wo Worte versagen. Und zwar auf der ganzen Welt.“ Ein Ton sei indessen der wichtigste, „das ist der gute Ton“. Und diesen wolle man mit dem Projekt klingen lassen. Gerd Lache
Autor: Gerd Lache





Das lesen Abonnenten am Donnerstag exklusiv in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":