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Im nächsten Jahr dürften einige Fernsehzuschauer plötzlich einen dunklen Bildschirm haben. Ab dem 30. April 2012 geht nichts mehr ohne digitales Empfangsgerät.
Im nächsten Jahr dürften einige Fernsehzuschauer plötzlich einen dunklen Bildschirm haben. Ab dem 30. April 2012 geht nichts mehr ohne digitales Empfangsgerät. © dpa
22.12.2011

116.000 Haushalten mit Sat-Empfang droht Abschaltung im Südwesten

Stuttgart. Vier Monate vor dem Abschalten des analogen Satellitenempfangs am 30. April 2012 haben im Südwesten noch mehr als 116.000 Haushalte kein digitales Empfangsgerät. Ohne solche Geräte sei dann kein TV-Empfang mehr möglich, sagte Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation (LfK), am Donnerstag in Stuttgart.

Aufschluss darüber, ob das TV-Signal digital oder analog empfangen wird, gebe die SWR-Teletextseite 198. Dennoch liege Baden-Württemberg mit 94 Prozent Digitalisierungsrate beim Satellitenempfang über dem Bundesdurchschnitt von 86,4 Prozent.

Rund 42 Prozent der Haushalte im Land empfangen laut Digitalisierungsbericht 2011 der TNS Infratest MediaResearch Fernsehen per Satellit. Dieser Wert stieg leicht an, während der Anteil von Haushalten mit Empfang über Kabel und DVB-T leicht sank.

Ein eher pessimistisches Bild zeichnete Langheinrich zur wirtschaftlichen Lage der privaten Rundfunk-Anbieter im Südwesten. Die regionalen TV-Sender arbeiteten mit einem Kostendeckungsgrad von 96 Prozent im Jahr 2010 immer noch defizitär, sagte er. Dieser Wert bedeute im Vergleich zu 2009 jedoch immerhin eine Verbesserung von fünf Prozentpunkten.

Etwas besser sieht es für die Radio-Anbieter aus. Sie hätten im Jahr 2010 zwar einen Umsatzrückgang von 1,9 Prozent auf 66,6 Millionen Euro verkraften müssen, seien aber dennoch weiterhin in der Gewinnzone. Bei Umsatz und Gewinn lägen sie bundesweit hinter den Sendern in Bayern und Nordrhein-Westfalen auf Rang drei. dpa