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120 000 Waffen wurden seit dem Amoklauf in Winnenden abgegeben und vernichtet.
120 000 Waffen wurden seit dem Amoklauf in Winnenden abgegeben und vernichtet. © dpa
09.08.2011

120 000 Waffen seit Amoklauf vernichtet

Stuttgart (dpa/lsw) - Seit dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen im März 2009 sind landesweit rund 120 000 Waffen zurückgegeben und vernichtet worden. „Die Zahl entspricht mehr als 10 Prozent der 2009 im Land noch rund 900 000 registrierten Waffen“, sagte Stuttgarts Regierungspräsident Johannes Schmalzl auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Der Aufruf zur freiwilligen Rückgabe von Waffen sei immer noch aktuell - gerade auch vor dem Hintergrund der bei Kontrollen immer wieder festgestellten Verstöße gegen die Aufbewahrungspflichten. „Auch nach über zwei Jahren bleibt der Amoklauf eine Verpflichtung, der wir uns zu stellen haben, nicht nur wegen der jüngsten Ereignisse von Oslo“, sagte Schmalzl.

Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte im Jahr 2009 durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg (KMBD) rund 92 Tonnen landesweit zurückgegebener Waffen vernichtet. Während es in den zweieinhalb Monaten bis zum Amoklauf lediglich etwa 2 Tonnen waren, wurden beispielsweise allein im Rekordmonat Oktober 2009 rund 19 Tonnen angeliefert und vernichtet. Im gesamten Jahr 2008 waren es rund 18 Tonnen, im Jahr 2007 rund 11 Tonnen Waffen, in früheren Jahren noch weniger. Eine Tonne entspricht dabei in etwa 600 Waffen.

Insgesamt wurden 2009 also rund 55 000 Waffen - sowie auch viel Munition - aus dem Verkehr gezogen und entsorgt. Aufgrund der regen Beteiligung musste der KMBD im Regierungspräsidium Stuttgart damals sein Verfahren umstellen: Die Waffen werden seither beim KMBD ausgeglüht und dadurch unbrauchbar gemacht. Dann werden die Reste zu einem Hochofen im Land gebracht und eingeschmolzen. Das gewonnene Metall wird als Baustahl verwendet.

Insgesamt wurden im Kalenderjahr 2010 knapp 90 Tonnen (umgerechnet 54 000 Waffen) vernichtet. In 2011 sind es in der ersten Jahreshälfte bislang 21 Tonnen (umgerechnet rund 13 000 Waffen), was auf einen spürbaren Rückgang im Vergleich zu den Jahren 2010 und 2009 hindeutet, im Ergebnis aber immer noch deutlich über den Vorjahren liegen wird. „Die Zahl der Waffenbesitzer hat sich deutlich reduziert“, betonte Schmalzl.