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1221 Betriebe wegen unhygienischer Zustände geschlossen.
1221 Betriebe wegen unhygienischer Zustände geschlossen © dpa
21.08.2013

1221 Betriebe wegen unhygienischer Zustände geschlossen

Stuttgart. Die Lebensmittelkontrolleure im Land haben wieder zahlreiche, zum Teil ekelerregende Verstöße festgestellt. Insgesamt nahmen sie im Jahr 2012 rund 68 400 Betriebe unter die Lupe. Bei rund einem Viertel stellten sie zumeist geringfügige Verstöße fest.

1221 Betriebe - das sind 1,8 Prozent - mussten aber wegen unhygienischer Zustände sofort geschlossen werden, sagte Verbraucherschutzminister Alexander Bonde (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart. Spektakulär: Ein Süßwarenhersteller bastelte sich Silikongussformen zur Herstellung von Fruchtgummi. Er verwendete aber Industriesilikon, das nicht für Lebensmittel geeignet ist. Die damit hergestellten Fruchtgummis waren wegen des chemischen Geruchs ungenießbar.

 Gleich mehrere Verstöße stellten die Kontrolleure auch in einem China-Restaurant fest. Unter anderem lagen dort 78 tiefgefrorene Enten zum Auftauen auf dem Küchenfußboden. Zu den besonders ekeligen Funden gehörten zudem Biodinkel, der mit Vogelkot verunreinigt war, sowie eine Käselaugenstange mit einer eingebackenen Schabe. In einem vorgeschnittenen Brot fanden sich die Überreste einer Maus, die ins Brot eingebacken worden war. Trotz solcher außergewöhnlicher Fälle und des Skandals um falsch deklariertes Pferdefleisch habe sich das Jahr 2012 aber innerhalb der bekannten Parameter bewegt, sagte Bonde.

 In Baden-Württemberg arbeiten 310 Lebensmittelkontrolleure. Von 2012 bis 2014 steigt ihre Zahl um jeweils 22. Minister Bonde sagte, damit sei in etwa der Stand von 2005 wieder erreicht. Er sprach sich trotz des allgemeinen Sparzwangs dafür aus, die Zahl der Kontrolleure weiter anzuheben. Wegen veränderter Regelungen in der EU und im Bund stiegen die Anforderungen an die Lebensmittelkontrollen.