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02.07.2014

1500 Jahre alte Gräber unter Rottenburger Bischofsgruft entdeckt

Rottenburg. Archäologen haben unter der Gruft der Rottenburger Bischöfe mehr als 1500 Jahre alte Gräber entdeckt. Experten stufen den Fund als bedeutend ein. Nirgendwo sonst im Südwesten gebe es Belege für eine so lange Bestattungstradition an einem Ort, teilten das Bistum und die Denkmalpflege im Regierungspräsidium Tübingen am Mittwoch mit.

Die Funde seien ein Beleg dafür, dass Rottenburg schon in den Anfangsjahren des Christentums in Süddeutschland ein für die Religion wichtiger Ort gewesen sei, sagte Bischof Gebhard Fürst.

Unter anderem stießen die Archäologen auf ein Mädchengrab aus der Zeit um 600 nach Christus. Ein bronzenes Kreuz in dem Grab sei ein Hinweis darauf, dass es sich um eine christliche Bestattung handele, sagte der Bischof.

Auf die lange Geschichte der Bischofsgruft waren Archäologen eher zufällig bei Sanierungsarbeiten der Friedhofskapelle gestoßen. Vor zwei Jahren waren die Experten schon auf die Überreste einer sehr großen, 1200 Jahre alten Kirche gestoßen. Für Rottenburg als Bischofssitz sei der Fund extrem bedeutend. Die Stadt, die vor knapp 200 Jahren eher durch Zufall zum Zentrum der württembergischen Diözese wurde, wisse endlich, dass sie auch eine historische Bedeutung für das Christentum in Süddeutschland habe, hatte der Bischof früher betont.

Die Bischofsgruft wurde vor rund 150 Jahren in der Sülchenkirche am Rande Rottenburgs errichtet. Neun Oberhirten der Diözese haben in der Friedhofskirche inzwischen ihre letzte Ruhestätte gefunden.