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DLRG-Taucher haben einen ertrunkenen 16-Jährigen (Symbolbild) aus zehn Meter Tiefe im Seerhein bei Konstanz geborgen. Am Ufer behinderten andere Jugendliche die Rettungsmaßnahmen.
DLRG-Taucher haben einen ertrunkenen 16-Jährigen (Symbolbild) aus zehn Meter Tiefe im Seerhein bei Konstanz geborgen. Am Ufer behinderten andere Jugendliche die Rettungsmaßnahmen. © Symbolbild: dpa
18.07.2013

16-Jähriger ertrinkt - Kumpels behindern Rettung

Konstanz. Eigentlich wollten Feuerwehr, DLRG und Polizei nur professionell um das Leben eines 16-jährigen Ertrunken im Seerhein bei Konstanz kämpfen, doch Entsetzen über das Unglück und Trauer um den Freund haben bei einer Gruppe Jugendlicher zu äußerst aggressivem Verhalten geführt. Bis zu 25 Polizisten mussten die eskalierte Notfallsituation beruhigen. Es gab Platzverweise, einige Jugendliche wurden in Gewahrsam genommen. Der 16-Jährige, so die Polizei auf Nachfrage von PZ-news, ist am Mittwochabend an den Folgen des Schwimmunfalls gestorben.

Um 15.09 Uhr wurde der Polizei Konstanz ein vermisster Schwimmer im Bereich der Radbrücke am Seerhein gemeldet. In einer groß angelegten Such- und Rettungsaktion, an der neben Kräfte der Feuerwehr Konstanz, des DLRG Konstanz sowie der Polizei auch ein Rettungshubschrauber im Einsatz war, konnte der Vermisste durch Taucher des DLRG Konstanz in rund zehn Meter Wassertiefe, etwa 60 bis 70 Meter stromabwärts, gerettet werden.

Nach ersten Zeugeninformationen musste davon ausgegangen werden, dass der Jugendliche aus Konstanz von der Radbrücke ins Wasser sprang. Andere Zeugen konnten dies jedoch nicht bestätigen. Demzufolge soll der Jugendliche vom Ufer ins Wasser gegangen sein. Er sei zu einem Pfeiler geschwommen und wäre auf dem Rückweg plötzlich untergegangen.

Nach Reanimierungsmaßnahmen wurde der Jugendliche in eine Klinik gebracht. Dort stellten dann Ärzte am Abend den Tod des 16-Jährigen fest.

Der Einsatz wurde von einer größeren Anzahl von Jugendlichen, die den Verunglückten offenbar kannten, massiv behindert. Dabei verhielten sich die jungen Leute äußerst aggressiv. Die Polizei musste zahlreiche Streifen aufbieten um der angespannten Lage Herr zu werden. Einige der Störer ließen sich jedoch nicht beruhigen und mussten deshalb in Gewahrsam genommen werden. Das Verhalten, so ein Polizeisprecher gegenüber PZ-news, sei in solchen Situationen nicht so ungewöhnlich. Die Jugendlichen würden so auch ihrer Trauer und ihrem Frust über die eigene Hilflosigkeit Ausdruck geben, während die Retter eigentlich nur in Ruhe und professionell um das Leben des Opfers kämpfen wollen. pol

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