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Auf einer Regionalbahn wie dieser sind am Samstagabend zwei Jugendliche auf den Puffern "mitgesurft".
Auf einer Regionalbahn wie dieser sind am Samstagabend zwei Jugendliche auf den Puffern "mitgesurft". © Symbolbild dpa
11.10.2017

16-jähriger Trainsurfer stellt sich der Polizei - Selfie-Videos gemacht

Karlsruhe. Nur einen Tag nach Veröffentlichung einer Pressemitteilung zum lebensgefährlichen Trainsurfing am vergangenen Samstag auf der Bahnstrecke von Karlsruhe-Durlach nach Stuttgart, erschien am Dienstag ein 16-Jähriger auf dem Polizeirevier Bad Schönborn und stellte sich selbst. Das war offenbar nicht seine erste lebensgefährliche Aktion dieser Art.

Der aus Bad Schönborn stammende Jugendliche räumte über diese Tat hinaus vier weitere lebensgefährliche Fahrten auf Zügen und Straßenbahnen ein. Die Fahrten wurden teilweise im Selfie-Modus gefilmt und an Freunde sowie ehemalige Mitschüler des 16-Jährigen versendet. Das Video sowie die Berichterstattung veranlasste eine Vertrauensperson des 16-Jährigen dazu, ihn mit dem Vorfall zu konfrontieren. Auch der Vater des Jugendlichen wurde über das Verhalten informiert. Beide legten ihm nahe, sich bei der Polizei zu stellen, was der Jugendliche dann am Dienstagnachmittag auch tat.

Die Gefahren, welche bei solchen Fahrten bestehen, wurden durch den einsichtigen Jugendlichen völlig unterschätzt. Ihm ging es laut eigener Aussage um den „Adrenalin-Kick“. In den kommenden Tagen wird die Bundespolizei den Jugendlichen intensiv über die Gefahren im Bahnverkehr aufklären. Bereits jetzt kündigte er an, solche lebensgefährlichen Fahrten nicht mehr machen zu wollen.

Der 16-Jährige hatte großes Glück, dass ihm nichts passiert ist, jedoch bewahrt ihn die nun vorhandene Einsicht nicht vor einer Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die Ermittlungen nach dem zweiten Jugendlichen dauern an.

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