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Rund 18

000 Schüler sind im Schuljahr 2009/2010 sitzengeblieben. Foto: dpa
18 000 Sitzenbleiber - Niedrige Quote an Hauptschulen © dpa
29.07.2011

18 000 Sitzenbleiber - Niedrige Quote an Hauptschulen

STUTTGART. Rund 18 000 Schüler sind im Schuljahr 2009/2010 sitzengeblieben. Das teilte das Statistische Landesamt am Freitag in Stuttgart mit. An den Hauptschulen lag die Quote bei 1,4 Prozent, an den Realschulen bei 3 Prozent. Das war die jeweils niedrigste Quote seit 2000. An den Gymnasien verfehlten 2,4 Prozent der Schüler das Klassenziel. Besonders kritisch ist dort die 10. Klasse mit einer langjährig überdurchschnittlichen Zahl von Sitzenbleibern. Traditionell gering war die Zahl der Sitzenbleiber an den Grundschulen mit 2100 (0,7 Prozent).  

Die CDU sieht den abnehmenden Trend als Erfolg ihrer Schulpolitik. «Die neue grün-rote Landesregierung täte gut daran, erst die Folgen ihres Handelns zu bedenken, bevor sie die so erfolgreichen Schulen zerschlägt», erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Georg Wacker. Dagegen betonte Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) angesichts der Zahlen, sie wolle mit Ganztagsangeboten, individueller Förderung und einer neuen Kultur des Lehrens und Lernens die Schüler fördern.

 

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht die Hauptursache für die niedrige Sitzenbleiber-Quote an Hauptschulen vor allem in der großzügigeren Versetzungsordnung. Die Möglichkeit, Noten aus verschiedenen Disziplinen zu einer Fachnote zu bündeln, führe zu einer weniger aussagekräftigen Durchschnittsnote. Obendrein könne sich ein Hauptschüler in Zeugnis zweimal die Note «mangelhaft» - sogar in Hauptfächern - leisten, ohne sitzenzubleiben.

 

Die Zahlen für das zu Ende gehende Schuljahr 2010/2011 liegen noch nicht vor. In Baden-Württemberg besuchen 1,2 Millionen Schüler etwa 4150 allgemeinbildende Schulen. dpa