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Archiv: Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei untersuchen am 10.09.2015 auf einem Friedhof in Stuttgart (Baden-Württemberg) einen Tatort, an dem eine getötete Frau gefunden wurde
Archiv: Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei untersuchen am 10.09.2015 auf einem Friedhof in Stuttgart (Baden-Württemberg) einen Tatort, an dem eine getötete Frau gefunden wurde © dpa
29.02.2016

21-Jährige auf Friedhof brutal ermordet - Angeklagter schweigt

Im Prozess um den Stuttgarter Friedhofsmord hat der 30 Jahre alte Angeklagte am Montag die Aussage verweigert. Laut Anklage hat der Koch und Eventpianist in der Nacht zum 10. September 2015 die 21 Jahre alte Lena W. auf dem zentralen Stuttgarter Pragfriedhof mit einem Tongefäß erschlagen und ihr mit Tritten gegen Kopf und Brustkorb zahlreiche Knochen gebrochen.

Als Todesursache nennt die Staatsanwaltschaft «stumpfe Gewalteinwirkung, die zu einer Beeinträchtigung der Atmung und massivem Blutverlust führte». Die Anklage gegen den zur Tatzeit 29-Jährigen lautet auf Totschlag.

Der Angeklagte sagte beim Prozessauftakt am Montag kein Wort. Bei früheren Aussagen hat er aber stets bestritten, die junge Frau umgebracht zu haben. Ja, er sei mit Lena W. an dem Abend auf dem Friedhof gewesen. Beide seien gut befreundet aber kein Paar gewesen. Zwar seien sie auf dem Weg zu einer Wohnungsbesichtigung gewesen, auf dem Friedhof hätten sie sich aber getrennt.

Blut der jungen Frau, dass später an seiner Kleidung gefunden wurde, stamme wohl von einem Treffen zwei Tage vorher in einer Disco, so sein Verteidiger. Damals habe Lena W. Nasenbluten gehabt. Der Anwalt stellte mehrere Befangenheitsanträge gegen die Kammer. Diese sei voreingenommen an den Fall gegangen und habe andere Täter gar nicht in Betracht gezogen. Sein Mandat sei quasi schon vorverurteilt.

Vor allem das mögliche Motiv des 30-Jährigen liegt im Dunkeln. Die Anklage gegen ihn lautet auf Totschlag, Mordmerkmale seien nicht zuerkennen, hieß es. Wie am Montag bekannt wurde, hält das Gericht aber auch eine Verurteilung wegen Mordes noch für möglich, wenn Heimtücke nachgewiesen werden könnte. Das Verfahren mit bislang 27 geladenen Zeugen soll bis Ende März Licht in den mysteriösen Fall bringen.