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© Symbolbild: Erb
11.10.2015

24 Verletzte bei Beschneidungsfeier

Eine Beschneidungsfeier mit rund 300 Gästen hat in der Nacht zum Sonntag ein abruptes Ende gefunden, weil sich mutmaßlich Gas in der Sporthalle in Schwörstadt (Kreis Lörrach) ausbreitete. 24 Menschen seien durch die zunächst unbekannte Substanz verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Sie klagten über Augen- und Atemwegsreizungen, Sanitäter versorgten sie. Zwei Teilnehmer der kurdisch-türkischen Feier kamen sogar in eine Klinik. Auch die Einsatzkräfte hätten Gesundheitsprobleme bekommen.

 Die Anwesenden flüchteten aus der angemieteten Sporthalle. Die Feuerwehr rückte mit einem großen Aufgebot aus. Der Geruch der unbekannten Substanz spreche für ein Reizgas, teilte die Polizei mit.

 Die Untersuchungen der Feuerwehr verliefen jedoch ergebnislos. Die Spurensicherung wird ihre Arbeit voraussichtlich am Montag aufnehmen, sagte der Polizeisprecher. «Es wird in alle Richtungen ermittelt.» Der Sprecher betonte zugleich, dass sich der Veranstalter kein politisches oder fremdenfeindliches Motiv vorstellen könne.

Wochenlang hatte Deutschland 2012 über die rituelle Beschneidung von kleinen Jungen debattiert. Erst ein Gesetz schuf Klarheit - und erlaubte weiterhin einen Brauch, der zum religiösen Selbstverständnis von Juden und Muslimen gehört. Während die «Brit Mila» bei den Juden am achten Tag nach der Geburt vollzogen wird, kann «Hitan» (arabisch) oder «Sünnet» (türkisch) bei den Muslimen bis zum späten Kindesalter vollzogen werden. Bei den Juden begründet der Schnitt die unauslöschliche Beziehung zu Gott und zum Judentum, im Islam ist die Beschneidung auch ein Ritual beim Eintritt in die Pubertät.

 Die Beschneidung ist auf der ganzen Welt weit verbreitet. Rund 30 Prozent der Männer leben ohne Vorhaut, neben den islamischen Ländern in Asien und Afrika auch in den christlich geprägten USA.

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