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Rocker kontra Türsteher - Hells Angels, United Tribuns, Black Jackets, Gremium, Red Legion

09.04.2016

29-Jähriger stirbt nach Schüssen in Heidenheim

Die Schüsse im Rockermilieu in Heidenheim sind für eines der beiden Opfer tödlich gewesen. Ein 29-Jähriger starb am Samstag an seinen schweren Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Er war am Donnerstag auf einer Straße von drei Schüssen getroffen worden. Hintergrund war eine Fehde in der Rocker-Szene. Bei den Angeschossenen handelte es sich um Mitglieder der United Tribuns. Die Angreifer gehörten den Black Jackets an.

Ein 25-Jähriger wurde bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt. Er ist den Angaben zufolge nun außer Lebensgefahr. Die Polizei hatte kurz nach der Tat drei Verdächtige im Alter zwischen 23 und 30 Jahren im benachbarten Giengen festgenommen. Gegen einen von ihnen wurde am Freitag Haftbefehl erlassen - der 25-Jährige soll die Schüsse abgefeuert haben. Die anderen beiden kamen wieder auf freien Fuß.

Im Großraum Ulm gibt es schon seit längerem immer wieder Konflikte im Milieu. Auch in anderen Bundesländern liefern sich Rocker teils blutige Auseinandersetzungen. Zuletzt explodierte etwa in Berlin mitten im Berufsverkehr ein Sprengsatz in einem Auto - wohl ein Racheakt unter Rockern.

Auslöser der Schüsse in Heidenheim war den Ermittlerin zufolge eine seit einiger Zeit laufende Fehde zwischen den beiden rockerähnlichen Gruppierungen. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar. «Letztendlich geht es in diesen Gruppierungen immer um Geschäfte, um Revierkämpfe, um Bezug zum Drogenhandel», sagte Staatsanwalt Armin Burger. Vor einem Geschäft in der Innenstadt war es zu einem Streitgespräch gekommen, in dessen Verlauf einer der Beteiligten eine Schusswaffe gezogen hatte.

Rockerkrieg 2010 in Pforzheim

Blutige Auseinandersetzungen zwischen Rockern und rockerähnlichen Gruppierungen gab es in Pforzheim vor allem 2010. Im November 2010 hatten Hells Angels und United Tribuns ihren Streit um Einflusssphären und anderes mehr mit einer blutigen Massenschlägerei am Güterbnahnhof ausgetragen. Damals fiel ein Schuss aus einer scharfen Waffe und ein Mann wurde niedergestochen. Es folgten mehrere Razzien und Verhaftungen.
In Pforzheim wurde im Juni 2011 der Verein der Hells Angels nach einem gerichtlichen Verbot aufgelöst. Von den United Tribuns war danach lange nichts mehr zu hören. Im Zuge des harten Durchgreifens von Polizei und Staatsanwalt hatten sich auch die Pforzheimer Black Jackets nach Verhaftungen und Verurteilungen aufgelöst. Der Versuch der Rocker, das Hells-Angels-Verbot rückgängig zu machen, scheiterte vor Gericht.

So sehr sich Rockerbande und Türsteherclique auch in Pforzheim bekämpft haben, andernorts scheint es mit der Kooperation zwischen Hells Angels und United Tribuns funktioniert zu haben, wie im Oktober 2015 die Verhaftungen von vier Verdächtigen aus Pforzheim sowie den Landkreisen Böblingen und Freudenstadt angedeutet haben. Spezialeinheiten der Polizei hatten drei Männer und eine Frau aus der Rockerszene festgenommen, die Frauen zur Prostitution gezwungen haben sollen. Darunter auch ein Pforzheimer, von dem die Polizei damals ausging, dass er zu der ehemaligen Türsteher-Clique United Tribuns gehörte. Die weiteren Verdächtigen im Alter von 24 bis 29 Jahren sollten nach dem damaligen Erkenntnisstand Mitglieder bei den Hells Angels sein.