nach oben
3000 Menschen demonstrieren für Schutz von Minderheiten im Irak.
3000 Menschen demonstrieren für Schutz von Minderheiten im Irak © dpa
24.08.2014

3000 Menschen demonstrieren für Schutz von Minderheiten im Irak

Stuttgart (dpa/lsw) - Mehrere tausend Menschen haben in Stuttgart gegen gewaltsame Übergriffe auf religiöse Minderheiten im Nordirak und im Nahen Osten protestiert. Unterstützung erhielten sie bei einer Kundgebung am Samstag aus der Politik. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) verteidigte geplante Waffenlieferungen aus Deutschland zum Schutz verfolgter Minderheiten im Nordirak.

Die Polizei sprach von insgesamt rund 3000 Teilnehmern an der Kundgebung. Auf Transparenten forderten Demonstranten Solidarität und Freiheit für die Christen im Irak.

«Man kann Terroristen nicht mit Menschenketten und Gebeten stoppen», sagte Unionsfraktionschef Kauder in Stuttgart bei den Protesten gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS). «Wir wehren uns auch mit Waffen.» Es dürfe nicht zugelassen werden, «dass das Mittelalter mitten in unsere heutige Zeit kommt», sagte Kauder

Besonders im Irak verfolgt die IS Minderheiten. Die geplante Lieferung deutscher Waffen an Kurden im Irak wird derzeit heftig diskutiert.

Bei der von der syrisch-orthodoxen Kirche organisierten Kundgebung auf dem Schlossplatz in der Stuttgarter Innenstadt forderten mehrere Würdenträger die Bundesregierung auf, die Waffenlieferungen nicht nur auf die Kurden zu begrenzen. Zudem hieß es, die internationale Gemeinschaft solle eine UN-Schutzzone für die verfolgten Jesiden und Christen im Nordirak einrichten.

Auch der CDU-Bundesvize und Landespartei-Chef Thomas Strobl forderte rasche Hilfe für die verfolgten Minderheiten. Die Menschen verdienten Unterstützung aus Deutschland, die nicht nur «gute Worte, sondern auch Waffen und Munition» umfasse. Der baden-württembergische Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) betonte: «Es wird keine einfachen Lösungen geben.» Aber er sei sicher, dass Deutschland seinen Beitrag leisten werde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will zu der Entscheidung über Waffenlieferungen für die Kurden im Irak eine Regierungserklärung abgeben. Am 1. September findet eine Sondersitzung des Bundestags zu dem Thema statt. Ein Mitspracherecht hat das Parlament aber nicht.