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Unter Spardruck: Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Foto: Kraufmann
Unter Spardruck: Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Foto: Kraufmann
30.09.2016

441 Lehrerstellen in Baden Württemberg auf der Streichliste

Stuttgart. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) muss im kommenden Schuljahr 441 Lehrstellen streichen. Laut den Eckpunkten der Landesregierung müsse sie einen Einsparbetrag von 31,7 Millionen Euro erbringen, erläuterte sie gestern in Stuttgart.

Stuttgart. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) muss im kommenden Schuljahr 441 Lehrstellen streichen. Laut den Eckpunkten der Landesregierung müsse sie einen Einsparbetrag von 31,7 Millionen Euro erbringen, erläuterte sie gestern in Stuttgart. „Damit ist die Grenze dessen erreicht, was eingespart werden kann.“ Alles andere berühre den Pflichtunterricht. Schon jetzt sei es schwierig, Krankheitsvertretungen zu stellen. Von den Plänen unberührt ist die Auflage an das Ministerium, bis 2020 noch weitere 1333 Stellen zu streichen. Eisenmann betonte: „Es ist wichtig, dass sich das Kultusministerium der Aufgabenstelle einer Schuldenbremse im Jahr 2020 nicht verweigert.“

Die Lehrergewerkschaft GEW sprach von einem „Armutszeugnis“ der schwarz-grünen Koalition und kündigte Proteste an. „Das werden angesichts der zahllosen Baustellen in den Schulen, der steigenden Schülerzahlen und der guten Steuereinnahmen Schüler, Eltern und Lehrkräfte nicht akzeptieren“, sagte Landeschefin Doro Moritz. Die Familien müssten sich auf Unterrichtsausfälle einstellen. „Wer Unterrichtsqualität verbessern will, muss zuerst dafür sorgen, dass der Unterricht stattfindet“, resümierte sie. „Entsetzen“ lösten die Pläne bei der SPD aus. Diese konterkarierten die nach dem schlechten Abschneiden in der jüngsten Bildungsstudie „Vera“ angekündigte Qualitätsoffensive, sagte der SPD-Bildungspolitiker Stefan Flust-Blei.

Andererseits meldet Eisenmann nach eigenen Angaben in den Haushaltsgesprächen einen Mehrbedarf von 60 Millionen Euro an. Dabei gehe es vor allem um von Grün-Rot gefasste Beschlüsse, die aber noch nicht durchfinanziert seien. Die Stellen sollen dem Ausbau der Ganztagsschulen, der Inklusion, des Mathe- und Deutsch-Unterrichts an der Grundschule und der Informatik dienen.