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© Symbolbild: dpa
04.07.2019

65-jähriger Wohnmobilfahrer liefert sich Verfolgungsjagd mit der Polizei

Baden-Baden. Da muss er wohl das Gaspedal durchs Bodenblech seines Wohnmobils getreten haben, um sich eine irre Verfolgungsjagd mit der Polizei liefern zu können. Obwohl ihn die Polizei am Dienstag gegen 17 Uhr schon einmal auf der A5 kontrolliert hat, weil sein mobiles Heim weder versichert noch zugelassen war, schien einen 65-Jährigen die Anordnung der Polizei, sein Wohnmobil stehenzulassen, nicht weiter zu interessieren. Wenig später war er schon wieder mit Vollgas auf der A5 unterwegs, dieses Mal verfolgt von Streifenwagen mit Blaulicht und Martinshorn.

Weil es sich bei dem fahrenden Untersatz des Mittsechzigers auch um den Wohnort des Mannes handelt, verzichteten die Beamten bei der ersten Kontrolle auf der Autobahn in Höhe Bühl auf die Beschlagnahme der Fahrzeugschlüssels. Diese Gutmütigkeit nutzte der Mann aus. Um 21.30 Uhr rollte er schon wieder über die A5 in Richtung Karlsruhe. Den Autobahnpolizisten kam das Gefährt bekannt vor. Doch so einfach wollte sich der 65-Jährige nicht geschlagen geben. Er reagierte nicht auf die Alarmsignale der Polizeistreife, die 50 Jahre alte Beifahrerin beleidigte die Beamten stattdessen durch das geöffnete Fenster.

Bei Durlach auf der A5 ausgebremst

Mit Unterstützung von zwei Streifenwagen des Autobahnpolizeireviers Karlsruhe gelang es schließlich, den uneinsichtigen Wohnmobilfahrer auf Höhe Karlsruhe-Durlach auszubremsen und auf der Autobahn zu stoppen. Nachdem nun alle Türen von Innen verschlossen wurden, mussten die Polizisten eine Scheibe im rollenden Heim einschlagen, um sich Zugang zum Wohnmobil zu verschaffen. Das Fahrzeug beförderten dann Beamte inklusive der Insassen zum Autobahnpolizeirevier in Karlsruhe.

Den 65-Jährigen erwarten nun Anzeigen wegen Kennzeichenmissbrauchs, Verdachts eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz, eines Verstoßes gegen die Abgabeordnung, Fahrens ohne Zulassung und der Missachtung von Zeichen und Weisungen. Seine 15 Jahre jüngere Beifahrerin muss außerdem mit einer Anzeige wegen Beleidigung rechnen.