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Unter den zahlreichen Einssatzkräften, die beim G20-Gipfel in Hamburg eingesetzt wurden, waren auch viele Beamte aus Baden-Württemberg dabei. Davon wurden dutzende verletzt. © dpa
09.07.2017

73 Polizisten aus Baden-Württemberg bei G20-Krawallen verletzt

Stuttgart/Hamburg (dpa/lsw) - Die Zahl der Polizisten aus Baden-Württemberg, die bei den Krawallen zum G20-Gipfel in Hamburg verletzt wurden, ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf 73 gestiegen. Zuvor hatte ein Sprecher von Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Sonntag noch von 54 Verletzten gesprochen. Nach den massiven Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in der Nacht zum Freitag hatte Baden-Württemberg 200 zusätzliche Polizeibeamte nach Hamburg geschickt. Zuvor waren in der Hansestadt bereits mehr als 800 Polizisten aus dem Südwesten im Einsatz gewesen.Die Polizei in Hamburg erklärte am frühen Sonntagmorgen, seit Beginn der Proteste gegen den G20-Gipfel seien 144 Personen festgenommen und 144 weitere in Gewahrsam genommen worden. 476 Beamte seien verletzt worden. Über verletzte Demonstranten gab es keine Angaben.

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Einsatz hat den Beamten alles abverlangt

Die baden-württembergischen Polizisten, die in Hamburg eingesetzt wurden, haben die schweren Krawalle hautnah miterlebt - und sind teilweise bis an ihre Grenzen gegangen. Einige Beamte schilderten der Deutschen Polizeigewerkschaft im Südwesten ihre Eindrücke. "Sehr intensiver Einsatz, der jedem einzelnen alles abverlangt hat", heißt es da zum Beispiel.

Ausdrücklich gelobt wird die Unterbringung und Versorgung der Gast-Beamten in Hamburg. "Wohin man auch kam, überall wurden wir freundlich und dankbar empfangen." Die Dienstzeiten seien natürlich mehr als extrem gewesen. "Das war auf jeden Fall ein Einsatz, bei dem eine Vergütung zu hundert Prozent eigentlich zu wenig ist", hieß es in den Schilderungen. "Hier sollte man zum Beispiel über die Gewährung von Sonderurlaub nachdenken und auf jeden Fall den Kräften nächste Woche erst mal ein paar Tage Ruhe gönnen muss."

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