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Ein 82-Jähriger wollte bei einem Streit offenbar seine 91 Jahre alte Geliebte aus dem Weg räumen - nun muss er sich vor Gericht verantworten. Und selbst die Staatsanwaltschaft sagt: So etwas hat man nicht alle Tage.     

82-Jähriger wegen Mordversuchs an Geliebter vor Gericht

Ravensburg (dpa/lsw) - Allein das Alter von Täter und Opfer lässt aufhorchen: Vor dem Landgericht Ravensburg muss sich von kommendem Dienstag (21. Februar) an ein 82 Jahre alter Mann wegen eines Mordversuchs verantworten.

Der betagte Beschuldigte soll eine 91-Jährige - laut Staatsanwaltschaft seine Freundin - an einem Sonntagnachmittag im Sommer 2016 bei einem Streit auf einem Parkplatz mit einer Waffe angegriffen haben. Dabei wurde die 91-Jährige in ihrem Auto von dem Schuss im Nacken getroffen.

Als sie daraufhin das Auto verließ, soll der 82-Jährige mit dem Pistolengriff auf den Schädel der am Boden liegenden Frau eingeschlagen haben, heißt es in der Anklage weiter. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tötungsabsicht des Mannes aus und sieht das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe erfüllt. Die Tat des Mannes sei wohl verhindert worden, weil zufällig ein Polizeibeamter vorbeikam und einschritt. Die 91-Jährige überlebte die Tat trotz erheblicher Kopfverletzungen.

Der 82-Jährige sei verheiratet - allerdings nicht mit der 91-Jährigen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Mit ihr habe er jedoch eine langjährige Affäre gehabt. Das Alter der Beteiligten bei einer solchen Tat sei ungewöhnlich: «So etwas haben wir nicht alle Tage», sagte die Sprecherin. Grundsätzlich müsse man aber davon ausgehen, dass angesichts der Tatsache, dass die Menschen immer älter würden, zwangsläufig auch der Anteil der betagteren Täter steigen könne.