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Mitten auf den Schienen lief ein 83-Jähriger bei Herrenberg einem Zug entgegen. Seiner Bitte um Mitnahme wollte der zur Notbremsung gezwungene Zugfahrer nicht nachkommen.
Mitten auf den Schienen lief ein 83-Jähriger bei Herrenberg einem Zug entgegen. Seiner Bitte um Mitnahme wollte der zur Notbremsung gezwungene Zugfahrer nicht nachkommen. © Symbolbild: dpa
07.07.2014

83-Jähriger will per Anhalter auf den Schienen mit dem Zug fahren

Herrenberg-Gültstein. Mit einer Notbremsung musste der Zugführer der Ammertalbahn zwischen Herrenberg und Tübingen am Sonntagabend reagieren, als ihm um 18.10 Uhr kurz nach Gültstein ein 83 Jahre alter Mann auf den Gleisen entgegen kam. Nachdem der Zug angehalten hatte, erklärte der Senior, dass er müde sei und einsteigen wolle. Das war der Auftakt für Zugverspätungen und zu einer Suchaktion der Polizei.

Der erstaunte Lokführer verwehrte dem 83-Jährigen die Mitfahrt und wandte sich an die Polizei. Der 83-Jährige setzte indes seinen Weg in Richtung Gültstein fort, von wo aus sich bereits Beamte der Bundespolizeiinspektion Stuttgart auf die Suche nach ihm gemacht hatten. Glücklicherweise konnten sie ihn auch finden, denn er war zwischenzeitlich gestürzt und den Bahndamm hinunter gefallen. Eine Beteiligung eines Zuges konnte jedoch ausgeschlossen werden. Bei dem Sturz hatte sich der Senior leichte Verletzungen zugezogen, weshalb ein Rettungswagen den Mann zur Untersuchung in ein Krankenhaus bringen musste.

Während des Einsatzes waren die Zugführer auf der Strecke dazu gezwungen, „auf Sicht“ zu fahren, so dass es ihnen bei relativ niedriger Geschwindigkeit möglich war, innerhalb ihres Sichtfeldes anzuhalten. Diese Vorsichtsmaßnahme konnte gegen 19.40 Uhr aufgehoben werden. In dieser Zeit fielen zwei Züge komplett aus und ein Dritter erreichte mit 15 Minuten Verspätung sein Ziel.

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