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Horrorunfall auf der A5: Eine Familie war nach einem Auffahrunfall wohl aus dem Auto gestiegen - dann erfasste sie ein anderer Wagen. Foto: Max Albrecht
05.11.2012

A5-Unfall: Familie starb schon vor Eintreffen der Notärzte

Rastatt/Baden-Baden. Nach dem tragischen Verkehrsunfall in der Nacht zum vergangenen Montag gegen 23.45 Uhr auf der Autobahn A5, zwischen der Tank- und Rastanlage Baden-Baden und der Anschlussstelle Rastatt-Süd, bei dem, wie schon mehrfach berichtet, eine vierköpfige Familie aus dem Raum Stuttgart getötet und ein 52-jähriger Beteiligter aus Karlsruhe verletzt wurden, können die Ermittlungsbehörden und die Polizei durch vorläufige Obduktionsergebnisse, eingegangene Hinweise und durchgeführte Vernehmungen den Unfallablauf konkretisieren.

Bildergalerie: Auto zerrissen: Familie mit zwei Kindern stirbt auf der A5.

Demnach war ein 41-jähriger Fahrer eines Pkw Renault Espace auf der A5 in Fahrtrichtung Norden unterwegs und hatte dort zwischen der Tank- und Rastanlage Baden-Baden und der Anschlussstelle Rastatt-Süd nach seinen Angaben mit Tempo 110 km/h auf dem mittleren Fahrstreifen zwei auf dem rechten Fahrstreifen fahrende Schwerfahrzeuge überholt. Unmittelbar danach war dann aus bislang unbekannter Ursache der 47-jährige Fahrer eines mit vier Personen besetzten Pkw Renault Laguna auf den Renault Espace aufgefahren. Während der Fahrer des Renault Espace in einiger Entfernung auf den rechten Standstreifen fuhr und sich anschließend hinter die Leitplanken begab, blieb der beschädigte Renault Laguna aus bisher unbekannter Ursache vermutlich auf dem mittleren Fahrstreifen stehen. Der Fahrer, seine Ehefrau und die beiden mitfahrenden Kinder dürften dann das Fahrzeug verlassen und sich dort in unmittelbarer Nähe aufgehalten haben.

Zu diesem Zeitpunkt prallte ein auf dem mittleren Fahrstreifen fahrender 52-jähriger Audi-Fahrer, vermutlich mit hoher Geschwindigkeit, gegen den Renault Laguna und erfasste die dort befindliche Personengruppe. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass der Renault in zwei Teile zerrissen wurde. Während der Mann und die beiden Kinder bei der Kollision sofort getötet und auf die Fahrstreifen der Nordfahrbahn geschleudert wurden, wurde die Frau über die Fahrstreifen der Südfahrbahn auf den dortigen Standstreifen geschleudert, wo sie schwer verletzt liegen blieb. Für sie kam jedoch ebenfalls jede medizinische Hilfe durch eintreffende Notärzte zu spät. Die Frau verstarb an der Unfallstelle.

Der Pkw Audi wurde durch die Kollision nach links gegen die betonierte Mittelleiteinrichtung geschleudert, dort abgewiesen und driftete dann quer über die Fahrstreifen der Nordfahrbahn. Dabei dürfte sich das Fahrzeug überschlagen haben und prallte dann gegen die Schutzplanken auf der rechten Seite, wo der Pkw zum Stillstand kam. Der Fahrer wurde dabei verletzt und zur weiteren Behandlung in eine Klinik gebracht, von wo er nach ärztlicher Behandlung entlassen werden konnte.

Nach diesem Unfallgeschehen fuhren nach jetzigen Erkenntnissen noch weitere vier Fahrzeuge in den Bereich der Unfallstelle. Dabei wurde von einer Pkw-Fahrerin eines der getöteten Opfer überrollt. Drei weitere Fahrzeuge wurden durch Fahrzeugteile der beschädigten Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen. Ein anfangs bestehender Verdacht, dass ein weißer Sattelzug am Unfallgeschehen beteiligt gewesen sein könnte, hat sich inzwischen nicht bestätigt. Die Untersuchungen eines eingeschalteten Gutachters zum Unfallablauf und die Auswertung gesicherter Spuren dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Polizei bittet weiterhin Zeugen, die Beobachtungen und Wahrnehmungen gemacht haben, die im Zusammenhang mit dem Unfall stehen könnten, sich beim Autobahnpolizeirevier in Bühl, Tel. 07223/80847-0, zu melden.