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27.03.2013

ACE: Land muss mehr für Sicherheit auf Landstraßen tun

Stuttgart. Bei der Sanierung von Landesstraßen muss das Verkehrsministerium nach Auffassung des Auto Club Europa das Thema Verkehrssicherheit verstärkt im Blick haben. ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner erklärte auf dpa-Anfrage in Stuttgart: «Nirgendwo ist es für Kraftfahrer gefährlicher als auf Landstraßen.

Umfrage

Sollten mehr Landstraßen in Baden-Württemberg saniert werden?

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Mir egal 3%
Stimmen gesamt 329

Dort haben sich in den vergangenen Jahren bundesweit rund 60 Prozent aller tödlichen Unfälle ereignet, was wohl auch für Baden-Württemberg so zutrifft.» Zu den Gründen für diese Entwicklung gehöre die vielerorts ungenügende Fahrbahnbeschaffenheit und eine Straßenbaugestaltung, die Fahrfehler leider nicht verzeihe.

In Baden-Württemberg gibt es 9940 Kilometer Landesstraßen, wie eine Sprecherin des Verkehrsministeriums sagte. Ressortchef Winfried Hermann (Grüne) wollte am Mittwochvormittag über den Zustand der Landes- und Bundesstraßen im Südwesten informieren. Vor diesem Hintergrund sagte Hillgärtner: «Unverändert große Sorge bereitet uns in Baden-Württemberg der Zustand eines Großteils der Landesstraßen.» Der Autoclub gehe davon aus, dass sich weit mehr als 40 Prozent der fraglichen Strecken in einem mehr oder weniger maroden Zustand befinden.

Wer die Landstraßen sicherer machen wolle, müsse sanieren und mehr in Streckenabschnitte mit gesonderten Überholspuren investieren sowie in Anlagen, die der Geschwindigkeitsüberwachung dienten. Von der Unfallforschung sei bekannt, dass solche Maßnahmen im Sinne der Unfallverhütung wirksam seien, sagte Hillgärtner. «Außerdem geht es künftig auch darum, dass auf der Grundlage der behördlich erstellten Unfallanalysen systematisch öffentlich gemacht wird, wo sich die besonders unfallträchtigen Strecken im Lande befinden und worin die Ursachen für die dortigen Unfallhäufungen liegen.»

Es gebe jedenfalls keinen vernünftigen Grund, diese Daten länger zu verschweigen. «Die Öffentlichkeit hat darauf Anspruch. Und die Landesregierung hat versprochen, Transparenz walten zu lassen, was auch für das Unfallgeschehen zu gelten hat.»

Den größten Sanierungsbedarf besteht nach Ansicht des Automobilclubs bei den Kommunal- und Kreisstraßen. Der Zustand von Bundesstraßen und Bundesautobahnen hingegen erscheine vergleichsweise eher passabel.