nach oben
30.04.2010

AOK: Jede dritte Krankenhausrechnung ist falsch

STUTTGART. Jede dritte Krankenhausrechnung im Südwesten ist falsch - das ergab eine Auswertung von rund 100 000 geprüften Rechnungen der AOK Baden-Württemberg. Die meisten Rechnungen seien zu hoch gewesen, so dass die Krankenhäuser rund 52 Millionen Euro an die Krankenkasse zurückzahlen mussten.

„Diese Summe zeigt, dass solche Prüfungen notwendig sind“, erklärte Rolf Hoberg, Vorstandschef der Landes-AOK. Er kritisierte die 300 Euro Aufwandspauschale, die die Kassen für jede Prüfung an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zahlen müssen. Dadurch seien rund 3,3 Millionen Euro Kosten entstanden. Hoberg betonte, dass die Pauschale auch dann gezahlt werden müsse, wenn die Rechnung zu niedrig gewesen sei und die Kasse damit dem Krankenhaus ohnehin eine Nachzahlung leisten muss.

„Sinnvoller wäre es beispielsweise, dass auch Krankenhäuser für falsche Abrechnungen eine zusätzliche Strafzahlung leisten müssen“, sagte Hoberg. Zudem sei die Pauschale im März 2009 von 100 Euro auf 300 Euro zu massiv erhöht worden. Dies ist in Hobergs Augen eine „völlig unrealistische und überzogene“ Regelung.

Am Donnerstag hatte eine bundesweite Auswertung ergeben, dass in ganz Deutschland sogar jede zweite Rechnung fehlerhaft ist. Den Krankenkassen ist nach Angaben des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) ein Schaden von etwa einer Milliarde Euro entstanden. Ob die Klinikrechnungen mit Absicht falsch ausgestellt werden oder wegen des komplizierten Abrechnungssystems fehlerhaft sind, sei nicht bekannt, hatte eine MDK-Sprecherin der „Allgemeinen Zeitung Mainz“ erklärt.