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Es könnte einsam werden um Stefan Mappus. In einer ARD-Umfrage kommen CDU und FDP auf 44,5 Prozent der Stimmen, Grüne und SPD lägen bei 46 Prozent. Die Linke würde mit 4,5 Prozent den Einzug in den baden-württembergischen Landtag verpassen.
Es könnte einsam werden um Stefan Mappus. In einer ARD-Umfrage kommen CDU und FDP auf 44,5 Prozent der Stimmen, Grüne und SPD lägen bei 46 Prozent. Die Linke würde mit 4,5 Prozent den Einzug in den baden-württembergischen Landtag verpassen. © dpa
18.03.2011

ARD-Umfrage: Stefan Mappus verliert die Mehrheit

STUTTGART. Es bleibt spannend. Und dabei ist es schon so spannend wie seit vielen Jahren nicht mehr. Wann hat es zuletzt ein offenes Rennen bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg gegeben, bei denen die Herausforderer der CDU sich tatsächlich reelle Chancen auf einen Regierungswechsel ausrechnen konnten? In Baden-Württemberg ist zehn Tage vor der Landtagswahl am 27. März eine knappe Mehrheit von 50 Prozent der Bürger für einen Regierungswechsel in ihrem Bundesland. Das ergab laut SWR der ARD-DeutschlandTrend.

Die Hälfte der Befragten sind für einen Wechsel - und das wäre ein Novum in der Geschichte des Landtags von Baden-Württemberg. 39 Prozent sind hingegen der Ansicht, dass CDU und FDP in Baden-Württemberg weiter regieren sollten.

Umfrage

Landtagswahl am 27. März: Haben Sie sich schon entschieden?

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Nein 0%
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Und wie würde am entscheidenden Sonntag gewählt? Auf die CDU kämen 39 Prozent der Stimmen - das ist weit jenseits der früheren Werte, die so oft in den vergangenen Jahrzehnten dazu beigetragen haben, dass die CDU bequem alleine in Baden-Württemberg regieren konnte. Die SPD dürfte mit 22 Prozent rechen - auch kein Wert, der angesichts früherer Wahlergebnisse zum ungebremsten Jubel Anlass geben könnte. Allein die Grünen würden eine neue Bestmarke setzen: Sie liegen in der Umfrage bei 24 Prozent.

Spannend wird es bei "den Kleinen". Die FDP würde mit 5,5 Prozent wieder dazu zählen - und das im Stammland der Liberalen, wo man durchaus mit zweistellige Wahlergebnissen für die FDP rechnen darf. Die Linkspartei müsste mit 4,5 Prozent um den Einzug in den Landtag in Stuttgart bangen. Dieses knappe Ergebnis gestaltet jede Mehrheits- und Regierungsrechnung im Vorfeld des amtlichen Wahlergebnisses so schwierig.

Ministerpräsident Mappus hat keinen Vorsprung

Am 27. März werden Parteien gewählt. Aber wie sieht es aus, wenn die Baden-Württemberger ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten? Wer genießt Sympathie, wer vermittelt Sachverstand? Wenn Stefan Mappus (CDU) gegen Grünen-Chef Winfried Kretschmann antreten würde, kämen beide Kandidaten auf 39 Prozent der Stimmen. Also kein Vorsprung für den Amtsinhaber, kein Amtsbonus. Noch deutlicher wird das im Falle einer Direktwahl zwischen Mappus und Nils Schmid (SPD). Nur noch 37 Prozent würden sich für den Amtsinhaber Mappus und 39 Prozent für SPD-Chef Schmid entscheiden.

Für diese Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen von Montag bis Donnerstag dieser Woche jeweils 1.250 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz telefonisch befragt.

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